Politik : Parteitag der US-Demokraten: Clinton lässt sich noch einmal feiern

Zu Beginn des Parteitages der US-Demokraten in Los Angeles, bei dem Al Gore als Wunschnachfolger von Bill Clinton nominiert werden soll, hat sich der amtierende US-Präsident am Tagungsort noch heftig feiern lassen. Mit Hilfe von Stars wie Barbra Streisand hatte er und seine Frau Hillary am Wochenende mehrere Millionen Dollar an Spenden eingesammelt. Vor dem Demokraten-Konvent, den Clinton am Montag eröffnete, demonstrierten rund 3000 Menschen gegen die Todesstrafe und die geplante Hinrichtung des schwarzen Journalisten Mumia Abu-Jamal.

Im Rennen um das Weiße Haus beginnen die Demokraten mit dem Wahlparteitag in Los Angeles ihre Aufholjagd auf die Republikaner. Vizepräsident Al Gore, der in Meinungsumfragen noch deutlich hinter seinem republikanischen Herausforderer George W. Bush liegt, wird auf der viertägigen Versammlung offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Partei gekürt werden. Clinton sagte in der kalifornischen Metropole bei einer Zusammenkunft der Parteiführung, anders als Bush würde Gore den Wohlstand aller Amerikaner weiter mehren.

Die Demokraten erhoffen sich von dem Parteitag einen Aufschwung für Gore. In jüngsten Meinungsumfragen liegt dieser drei bis 16 Prozentpunkte hinter dem texanischen Gouverneur Bush. Der bisherige US-Vizepräsident berief in der vergangenen Woche Senator Joseph Lieberman aus Connecticut zu seinem "running mate" - zum Kandidaten für seine eigene Amtsnachfolge. Beobachter sehen in dieser Personalentscheidung eine klare Distanzierung Gores vom moralischen Verhalten Clintons in Zusammenhang mit der Lewinsky-Affäre. Lieberman gilt als moralische Instanz in der amerikanischen Politik. Er hatte als erster Demokrat im September 1998 Clinton wegen dessen Affäre mit der ehemaligen Praktikantin Monika Lewinsky scharf verurteilt. Die Republikaner haben angesichts der Affären um Clinton in den letzten acht Jahren das Thema Moral im Weißen Haus und Familienwerte in den Mittelpunkt ihren Wahlkampfs gerückt.

Gore hatte vor dem Wahlparteitag in der "New York Times" betont, er wolle auf der Grundlage, die Präsident Clinton geschaffen habe, einen neuen Start wagen. "Ich bewerbe mich mit meinen eigenen Plänen, meiner eigenen Stimme und meinen eigenen Erfahrungen", erklärte der bisherige Vizepräsident und künftige Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Demokratischen Partei.

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