Politik : Parteitag der US-Demokraten: Lob vom Comeback-Kid (Kommentar)

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Natürlich sonnt sich Bill Clinton in Amerikas Wirtschaftsdaten. Natürlich sagt er, das Volk, nicht der Präsident, habe den größten Verdienst daran. Natürlich will er fortgesetzt sehen, was er erreicht hat, und logischerweise hält er seinen Vize Al Gore für den richtigen Mann. Mit diesen Rekorddaten dürfte die Amtsübergabe ja auch nicht schwierig sein, oder? Leider ist alles viel komplizierter. Die Demokraten versuchen etwas, was in Amerikas Nachkriegsgeschichte nur einmal geklappt hat: die Fackel innerhalb einer Partei weiterzugeben. Reagan gelang es, seinen Vize Bush zum Nachfolger zu machen. Sonst schlug das Manöver stets fehl. Kein Wunder also, dass Gores Planer Reagans Bürochef gefragt haben, wie dies zu organisieren und zu inszenieren sei. Clinton hat versucht, das Seine beizutragen. Einen instinktsichereren, charmanteren und überlebensfähigeren Polit-Profi hat Amerika seit Reagan nicht mehr gesehen. In all den Affären und Skandalen, von Gennifer Flowers über die Wehrdienst-Drückebergerei und die gescheiterte Gesundheitsreform bis Monica Lewinsky, jubelten Clintons Gegner stets zu früh, überlebte das "Comeback-Kid". Am Montag hat er noch einmal gezeigt, warum. Er war gut - zu gut. Er hat klar gemacht, dass immer noch er der beste Kandidat wäre. Sein Erbe hat er aufgebaut, nicht den Kandidaten Al Gore. Der muss in übergroße Fußstapfen treten.

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