Parteiwechsel : Ex-PDS-Vize Marquardt tritt in die SPD ein

Sie war lange Zeit das jugendliche Aushängeschild der PDS. Jetzt will Angela Marquardt in der SPD die Parteilinke stärken. Als Überläuferin sieht sie sich nicht.

Angela Marquardt
Angela Marquardt war das jugendliche Aushängeschild der PDS. Jetzt geht sie zur Konkurrenz. -Foto: ddp

BerlinDie frühere stellvertretende PDS-Vorsitzende Angela Marquardt will als "ganz normales Mitglied" gelten, sagte die 36-Jährige der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung". Sie sei keine Überläuferin, betonte die Politikerin, die seit einiger Zeit im Bundestagsbüro von SPD-Vize Andrea Nahles arbeitet. "In der Linkspartei, wie sie heute existiert, bin ich nie gewesen." Es sei ein ganz bewusst gewählter Eintritt in die SPD. "Ohne inhaltliche Übereinstimmung wäre ich den Schritt nicht gegangen."

Marquardt war lange Jahre PDS-Mitglied und hatte wegen ihrer Punk-Frisur als jugendliches Aushängeschild der SED-Nachfolgepartei gegolten. Sie war von 1995 bis 1997 stellvertretende Parteivorsitzende und saß von 1998 bis 2002 im Bundestag. 2003 trat Marquardt aus der PDS aus. Zur Begründung führte sie an, die SED-Nachfolger seien zu beliebig und trügen ihre inhaltlichen Auseinandersetzungen nicht aus.

SPD-Chef Kurt Beck habe sie bei einem persönlichen Gespräch im November 2007 gefragt, ob sie SPD-Mitglied werden wolle, sagte Marquardt der "Sächsischen Zeitung". Eine mögliche Rückkehr zu den Linken habe für sie "nie eine Rolle gespielt". Dort habe sie zwar noch etliche Freunde. "Andererseits gibt es in der Linkspartei nationalistische und fremdenfeindliche Töne sowie soziale und friedenspolitische Forderungen, die nicht der Realität entsprechen. " Außerdem dürfe "niemand für sich beanspruchen, die linke Wahrheit zu haben und mit billigem Populismus auf Stimmenfang gehen". (svo/AFP)

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