Politik : Patienten sollen mehr zahlen Berliner Studie fordert noch schärfere Einschnitte

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(raw). Zwölf renommierte Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen haben in einer gemeinsamen Studie noch schärfere Einschnitte im Gesundheitswesen gefordert. Die Autoren der Arbeit, die im Auftrag der BerlinBrandenburgischen Akademie entstand und dem Tagesspiegel vorliegt, verlangen die Einführung sozial abgefederter Kopfpauschalen, mehr Selbstbeteiligung und den Übergang in eine stärker kapitalgedeckte Finanzierung. Sie plädieren für ein transparenteres Verteilungssystem, den Rückzug des Staates aus der stationären Versorgung und mehr Wettbewerb auf Anbieterseite. So müsse das Vertragsmonopol der Kassenärztlichen Vereinigungen aufgelöst und das gesamte System der Selbstverwaltung überholt werden. Statt der bisherigen Bundesausschüsse empfehlen die Verfasser eine Staatsaufsicht nach dem Vorbild der Regulierungsbehörde bei Post und Telekommunikation.

Für das überkommene System gebe es keinen Bestandsschutz, heißt es in der Studie, die am kommenden Dienstag in Berlin präsentiert wird. Die Stärkung von Eigenverantwortung und Wettbewerb sei nicht nur aus ökonomischer Sicht, sondern auch ethisch und verfassungsrechtlich geboten.

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