Patriotismus : Köhler eröffnet Ausstellung zu Nationalsymbolen

Die Deutschen zeigen vor allem seit der Fußball-WM im eigenen Land immer unbefangener ihre Nationalfarben. Nun soll eine Ausstellung die Geschichte der Bundesrepublik anhand ihrer Symbole erzählen.

Nationalsymbole
Adolf Hitler darf in der Ausstellung über deutsche Symbole nicht fehlen. -

BerlinBundespräsident Horst Köhler hat sich zufrieden gezeigt, dass die Deutschen in den vergangenen Jahren wieder unbefangener und fröhlicher die Nationalfarben zeigen. "Die Demokratie braucht Symbole", sagte Köhler am Donnerstag im Haus der Geschichte in Bonn. "Sie braucht Zeichen der Erinnerung und Zeichen des gemeinsamen Nachdenkens über die Grundlagen und Ziele". Köhler zitierte in seiner Eröffnungsrede für die Ausstellung "Flagge zeigen? Die Deutschen und ihre Nationalsymbole" den amerikanischen Philosophen Richrad Rorty: "Nationalstolz ist für ein Land dasselbe wie Selbstachtung für den Einzelnen: eine notwendige Bedingung der Selbstvervollkommung."

Reichstagskuppel, Holocaust-Mahnmal, Dresdner Frauenkirche

"Es ist gut, die Geschichte des geteilten und wiedervereinigten Deutschlands auch im Spiegel seiner Nationalsymbole zu erzählen", sagte Köhler. Der "Vorrat" an solchen Symbolen für Gemeinsamkeit, Leistung und Verantwortung, die alle verstünden und die allen wichtig seien, wachse noch. Er nannte die Reichstagskuppel, das Holocaust-Mahnmal und die Dresdner Frauenkirche.

Köhler sagte, 1832 beim Hambacher Fest und 1848 in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche seien Schwarz-Rot-Gold die Farben der deutschen Einheit gewesen. In der Weimarer Republik hätten sie besonders für die Demokratie gestanden und in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hätten diese Farben die Menschen im geteilten Deutschland verbunden. "Heute symbolisieren sie das in Freiheit vereinte Deutschland", sagte Köhler. Die Geschichte der Flagge zeige, dass die freiheitliche Ordnung des Grundgesetzes weit mehr sei, als eine Reaktion auf die Verbrechen des Dritten Reiches. "Sie knüpft an an eine Freiheitsgeschichte, auf die wir stolz sein können."

Die Ausstellung ist bis zum 13. April 2009 in Bonn zu sehen. Sie fragt mit Hilfe von rund 600 Exponaten und Filmen nach der Herkunft von Fahne, Hymne und Wappen und beleuchtet ihre Verwendung in verschiedenen historischen Epochen. (mpr/dpa)

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