Politik : PDS ohne Spitzenkandidaten

m.m.

FDP und PDS haben die Sorge geäußert, das Duell zwischen den Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) könnte die eigenen Chancen bei der Bundestagswahl schmälern. FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper sagte am Montag in Berlin, die Auseinandersetzung dürfe nicht auf diese Frage verengt werden. Die PDS-Vorsitzende Gabi Zimmer warnte vor einem "Lagerwahlkampf mit eigenen Regeln, bei dem die Inhalte auf der Strecke bleiben". Die PDS wolle sich als Alternative in einer Auseinandersetzung anbieten, bei der Schröder womöglich nur als das kleinere Übel im Vergleich zu Stoiber angesehen werde.

Auf die Aufstellung eines Spitzenkandidaten - wie es in früheren Wahlen Gregor Gysi de facto war - will die PDS in diesem Wahljahr verzichten. Zimmer sagte, mit ihr gemeinsam und gleichberechtigt würden Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, Fraktionschef Roland Claus sowie die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende Petra Pau "als Team" die Spitze im Wahlkampf bilden. Pau, die zugleich die Berliner Landesliste für die Bundestagswahl anführen soll, soll künftig die Bund-Länder-Beziehungen für die PDS koordinieren. "Deutschland hat mehr zu bieten als streitende Herren", sagte Zimmer - und werde sich auch keinen Wahlkampf nach amerikanischem Modell aufdrängen lassen.

FDP-Generalsekretärin Pieper widersprach laut dpa Vermutungen, ihre Partei wolle nun doch einen eigenen Kanzlerkandidaten küren, um für den Wahlkampf besser gewappnet zu sein. Nach einer Präsidiumssitzung erklärte sie, die Führung sei sich einig, dass an dem Parteitagsbeschluss, auf einen Kanzlerkandidaten zu verzichten, nicht gerüttelt werde. Der Antrag war mit großer Mehrheit beschlossen worden. FDP-Bundesvize Jürgen Möllemann, der sich selbst als Kanzlerkandidat empfohlen hatte, nahm an der Präsidiumssitzung nicht teil.

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