Politik : PDS uneins über Taktik

Wolf würde Schröder wählen, Claus nur bei Regierungsteilhabe

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Berlin (Tsp). In der PDS gibt es unterschiedliche Ansichten, ob die Partei nach der Wahl einen Kanzler Gerhard Schröder im Bundestag mitwählen soll. PDS-Fraktionschef Roland Claus schloss im Interview mit dem Tagesspiegel am Sonntag aus, dass die PDS für Schröder stimme, wenn sie nicht an der Regierung beteiligt werde: „Es macht keinen Sinn, einen Kanzler mitzuwählen, wenn man nicht regierungsbeteiligt ist." Ein Mitte-Links-Bündnis mit SPD und Grünen im Bund stehe „im Moment" nicht an, sagte Claus. „Ab jetzt streitet jeder für seine Inhalte. Über Konstellationen gibt es erst wieder nach dem Wahlabend Aussagen."

Dagegen sprach sich der künftige Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf klar für die Wiederwahl Schröders mit den Stimmen der PDS aus, falls Rot-Grün keine eigene Mehrheit im neuen Bundestag hat. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es Aufgabe der PDS ist, einen Bundeskanzler Edmund Stoiber zu verhindern“, sagte Wolf dem „Berliner Kurier am Sonntag“.

Claus übte Kritik an Schröders Wahlkampf. „Demnächst werden wir die doppelte Verwandlung des Bundeskanzlers erleben. Erst die Verwandlung des Herrn Bundeskanzlers in den Genossen Gerhard. Und wenn es dann ganz dicke kommt, die Verwandlung des Genossen Gerhard in den Genossen Oskar.“

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