Politik : PDS verliert weiter Mitglieder

Matthias Meisner

Berlin - Die PDS bleibt auch nach der Neuordnung ihrer Führung eine schrumpfende Partei. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Mitglieder um 5052, rund sieben Prozent, auf 65 753 zurück, wie aus einer dem Tagesspiegel vorliegenden Statistik der PDS-Bundesgeschäftsstelle hervorgeht. Im Sommer vergangenen Jahres war Lothar Bisky zum neuen PDS-Chef gewählt worden. Nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl 2002 war die Partei in die schwerste Krise ihrer Geschichte geraten.

Weiterhin kann die PDS auch im Westen nicht Fuß fassen. 4378 Genossen hatte die PDS Ende 2003 in den alten Ländern, noch einmal 330 weniger als im Jahr zuvor. In den fünf neuen Ländern und Berlin sank die Mitgliederzahl um 4692 auf 61 191. Direkt beim Parteivorstand sind 184 Mitglieder registriert. Die Rentner stellen mit einem Anteil von über 60 Prozent das Gros der Mitglieder, nach aktuellen Zahlen sind nicht einmal vier Prozent der PDS-Mitglieder jünger als 30 Jahre alt. PDS-Sprecher Hendrik Thalheim sagte, er rechne auch nicht damit, dass die Protestwelle gegen Hartz IV einen Zustrom neuer Mitglieder bringe. „Die, die da demonstrieren, haben andere Sorgen.“ Bei den Kritikern der Arbeitsmarktreformen sei die Skepsis gegenüber Parteien generell hoch.

Die Mitgliederzahl der Partei ist seit Jahren rückläufig, vor zehn Jahren war sie noch doppelt so hoch. Stärkster Landesverband bleibt Sachsen (15 969 Mitglieder), gefolgt von Brandenburg (10 894) und Berlin (10 385). Rückgänge verzeichneten alle Landesverbände mit Ausnahme von Hamburg und Schleswig-Holstein. Letztere konnten auf sehr geringem Niveau Zuwächse verbuchen. Schlusslicht bleibt das Saarland, Heimatland von Erich Honecker. Dort hat die PDS 100 Genossen.

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