Politik : Peking vor 60. Jahrestag abgeriegelt

Marcel Grzanna

Peking - Vor den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Gründung der chinesischen Volksrepublik haben die Behörden rund 6500 Personen vorübergehend festgenommen. Das berichtet die Zeitung Beijing Evening News. Die meisten der Verhafteten seien in der Vergangenheit wegen Diebstahl, Raub, Betrug oder Vandalismus bestraft worden. Auch Regimekritiker und Menschenrechtsaktivisten sind betroffen. Viele haben Warnungen von der Staatssicherheit erhalten, sich während der Feierlichkeiten ruhig zu verhalten. Zudem haben die Behörden ein Petitionsverbot erlassen, denn traditionell strömen einfache Bürger aus dem ganzen Land zu offiziellen Feierlichkeiten oder Parteitagen nach Peking, um Beschwerden über korrupte Beamte, illegale Landenteignungen oder sonstige Ungerechtigkeiten einzureichen. Als besondere Gefahr stuft die Partei jene ein, die sie als tibetische oder uigurische Separatisten bezeichnet. Auch die Mitglieder der Falun-Gong-Bewegung gelten als potenzielle Attentäter. Zehntausende bewaffnete Soldaten, Polizisten, paramilitärische Einheiten und Sondereinsatzkräfte sind im Einsatz, um Zwischenfälle zu verhindern. Um die Metropole herum sind hunderte Kontrollpunkte eingerichtet; Autos und Busse werden inspiziert. Bürger sollen jeden melden, der sich verdächtig verhält. Auf dem Platz des Himmlischen Friedens laufen die Vorbereitungen für eine große Militärparade. Dort hatte Mao Zedong am 1. Oktober 1949 die Herrschaft der Kommunistischen Partei ausgerufen. In der dreistündigen Show sollen neben Waffen auch das Olympiastadion in Miniatur und eine Attrappe der chinesischen Raumfahrtrakete präsentiert werden. Marcel Grzanna

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