Politik : Pentagon: Taliban von Informationen abgeschnitten

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Amerikanische Flugzeuge haben am Donnerstag Taliban-Stellungen nördlich von Kabul und an der Grenze zu Tadschikistan bombardiert. Ein Soldat der Nordallianz berichtete, die Bomben seien auf zwei Dörfer an der Front gefallen, in denen sich mehrere hundert Taliban-Kämpfer verschanzt hielten. Die Luftangriffe auf Afghanistan haben nach US-Darstellung die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen der Taliban-Führung und den Truppen stark eingeschränkt.

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Fotostrecke: Der Krieg in Afghanistan Die US-Kampfflugzeuge griffen am Donnerstag die strategisch wichtige Taliban-Garnison Kala-Kata in der Provinz Tachar an, wie ein Sprecher der Nordallianz berichtete. In der Nacht hätten US-Flugzeuge ein Treibstoff- und Munitionslager der Taliban in der Nähe des von der Allianz kontrollierten Fliegerhorstes von Bagram getroffen. Nach Angaben der Taliban griffen die USA auch den größten Staudamm Afghanistans an. Der Kadschaki-Damm in der südlichen Provinz Helmand sei in der Nacht zum Donnerstag sieben Mal bombardiert worden, sagte Taliban-Sprecher Amir Khan Muttaki. "Es gibt keine Militäranlagen am Kadschaki-Damm. Amerika will einfach alles zerstören", sagte Muttaki der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP.

Konteradmiral John Stufflebeem sagte am Mittwoch in Washington, Mullah Mohammed Omar habe zunehmend Probleme, mit seinen Truppen in Kontakt zu treten. Stufflebeem bestätigte den Einsatz von Bombern vom Typ B-52, die im ganzen Land Angriffe geflogen hätten. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld will am Wochenende nach Russland und in mehrere Nachbarstaaten Afghanistans reisen. Seine Sprecherin Victoria Clarke erklärte, Rumsfeld habe das Weiße Haus darüber informiert, dass möglicherweise mehr als 50 000 Reservisten benötigt würden. Die meisten sollten im Zivilschutz eingesetzt werden. Die russische Militärführung dementierte am Donnerstag Berichte westlicher Medien über eine Beteiligung russischer Kampfflugzeuge an den Luftangriffen der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan.

Indonesiens Präsidentin Megawati Sukarnoputri hat sich unterdessen für einen Waffenstillstand in Afghanistan ausgesprochen. "Eine lang anhaltende Militäraktion ist nicht nur kontraproduktiv, sie kann auch die Bemühungen der globalen Koalition zur Bekämpfung des Terrorismus schwächen", sagte Megawati. Die Präsidentin rief zu einer humanitären Pause auf, eine politische Lösung solle gefunden werden.

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