Politik : Peres und Arafat machen Hoffnungen

Das erste Zweiertreffen von Israels Außenminister Schimon Peres und Palästinenserpräsident Jassir Arafat seit fünf Wochen hat am Samstag Hoffnungen auf eine Entspannung der Nahost-Krise geweckt. Das Vier-Augen-Gespräch am Rande eines EU-Mittelmeer-Forums auf Mallorca dauerte zwar nur zehn Minuten, wurde aber von den Delegationen angesichts der andauernden Gewalt in der Region als gutes Signal gewertet. "Größere Ergebnisse waren bei so einer Konferenz nicht zu erwarten", sagte Peres.

Überschattet wurde die Zusammenkunft von neuer Gewalt im Westjordanland und im Gazastreifen. Bei einem Feuerüberfall bewaffneter Palästinenser wurden am Freitagabend bei Ramallah ein israelischer Soldat getötet und ein zweiter verletzt. Die Fatah- Bewegung von Arafat bekannte sich am Samstag zu der Tat. Im südlichen Gazastreifen wurden laut Augenzeugen am Samstag drei Palästinenser lebendig begraben, als israelische Soldaten mit Bulldozern einen geheimen Tunnel nach Ägypten zuschütteten. Die Armee glaubt, dass Extremisten solche Tunnel für Waffenschmuggel benutzen.

Arafat bekräftigte nach dem Gespräch mit Peres seinen Willen zu "sofortigen und ernsthaften" Verhandlungen mit Israel, forderte aber zur Verabschiedung eines Waffenstillstandes neutrale, internationale Beobachter. "Wir bieten der israelischen Regierung schon seit langem unsere Hand." Zudem rief er Israel auf, "die Politik des Tötens" aufzugeben. Arafat unterstrich zugleich seine Bemühungen, der Gewalt auf palästinensischer Seite Einhalt zu gebieten.

Derweil reichte der einflussreiche Geheimdienstchef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, nach einem heftigen Streit mit Arafat seinen Rücktritt ein. Ein gut informierter Mitarbeiter Dahlans sagte, bei dem Streit sei es um Korruption in der palästinensischen Führung gegangen. Dahlan habe sich für Reformen in den Bereichen Verwaltung, Politik, Soziales und Sicherheit ausgesprochen. Danach habe er einen Rücktrittsbrief im Büro Arafats abgegeben.

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