Politik : Peru: Amerikanerin wegen Hilfe für Rebellen verurteilt

Die US-Amerikanerin Lori Berenson (31) ist am Mittwoch in Peru wegen Unterstützung einer terroristischen Organisation zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach Ansicht der Richter war die gebürtige New Yorkerin 1995 an der Vorbereitung eines Anschlags auf den Nationalkongress in der peruanischen Hauptstadt Lima beteiligt gewesen. Berenson beteuerte ihre Unschuld und will vor dem Obersten Gerichtshof und beim Internationalen Menschengerichtshof Revision einlegen.

Die frühere Studentin des renommierten Massachusetts Institute of Technology wurde bereits 1995 in Lima verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihr wird vorgeworfen, für die Guerillagruppe Revolutionäre Bewegung Tupac Amaru in Lima ein Haus gemietet und als Journalistin getarnt den Kongress erforscht zu haben. Die US-Botschaft kritisierte damals den Prozess, weil der Anwalt der Angeklagten die Zeugen nicht befragen durfte. Auf Druck der US-Regierung kam ein neues Verfahren zustande.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten auch den zweiten Prozess. Das Verfahren sei auf Grundlage der selben Anti-Terrorismusgesetze geführt worden wie der erste. Die peruanische Übergangsregierung hatte diese Gesetze als verfassungswidrig erklärt, aber nicht abgeschafft. Die bisher verbüßte Haft wird Berenson angerechnet, so dass sie noch bis 2015 inhaftiert sein wird. Zudem verurteilte das Gericht Berenson zu einer Geldstrafe von 100 000 Sol (64 400 Mark). Berenson engagierte sich nach eigenen Angaben jahrelang für soziale Projekte in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern. Dadurch habe sie MRTA-Mitglieder kennen gelernt, die sich ihr gegenüber aber nicht als Rebellen zu erkennen gegeben hätten.

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