Peru : Humala in erster Wahl-Runde vorn

Bei der Präsidentenwahl in Peru hat der autoritär-nationalistische Ex-Militär Ollanta Humala die erste Runde zwar gewonnen, muss sich aber einer Stichwahl stellen.

Lima - Für den Politik-Neuling stimmten am Sonntag nach vorläufigen offiziellen Ergebnissen 28,70 Prozent. Damit verfehlte der 43-Jährige die für einen Sieg in der ersten Runde notwendige absolute Mehrheit klar. Um den zweiten Platz und damit den Einzug in die Stichwahl lieferten sich die konservative Lourdes Flores und der sozialdemokratische Ex-Präsident Alan García ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Flores (46) kam nach Auszählung von 67,29 Prozent der Stimmen auf 25,78 Prozent, für García (56) stimmten 25,07 Prozent. Politische Beobachter in Lima äußerten am Montag unterdessen Zweifel, dass Humala sich in der Stichwahl Ende Mai oder Anfang Juni durchsetzen könne. Allerdings werde es auch Flores als "Vertreterin der Reichen" schwer fallen, Stimmenanteile in den armen Bevölkerungsschichten zu gewinnen. García werde durch die schlechten Erinnerungen an seine erste Amtszeit (1985-1990) gebremst.

Hochrechnungen privater Umfrage-Institute, die sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen hatten, sahen Humala bei etwa 30 Prozent sowie Flores und Garcia bei jeweils etwa 24 bis 25 Prozent. Die restlichen 15 Kandidaten blieben chancenlos.

Humala hatte sich im Wahlkampf als Anwalt der mehr als 50 Prozent in Armut lebenden Peruaner präsentiert. Von haarsträubenden Äußerungen aus seinem familiären Umfeld musste er sich jedoch immer wieder distanzieren. So forderte seine Mutter, Homosexuelle öffentlich zu erschießen. Die Gegner Humalas, der erstmals im Jahr 2000 mit einer gescheiterten Militärrebellion Schlagzeilen machte, warnen für den Fall seines Wahlsieges vor wirtschaftlichem und sozialem Chaos bis hin zu einer Diktatur.

Bei der Parlamentswahl, die gleichzeitig stattfand, erzielten die Apra-Partei von García und Humalas Wahlbündnis UPP nach Prognosen etwa gleich viele Stimmen. Um die 120 Sitze im Einkammerparlament hatten sich 2587 Kandidaten beworben. (tso/dpa)

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