Politik : Peru: Präsident Fujimori will bis 2001 weiterregieren

Der peruanische Präsident Alberto Fujimori will bis Juli kommenden Jahres im Amt bleiben. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Ankündigung seines Rücktritts wies Fujimori am Dienstagabend die Forderung der Opposition nach einer Übergangsregierung zurück. Zuvor war er vor Tausenden Anhängern in Lima auf das Eingangstor des Präsidentenpalastes gestiegen. Der Abgeordnete, der die Regierungskrise ausgelöst hatte, sagte, Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos habe mit einem Militärputsch gedroht.

Fujimori sagte bei einer Pressekonferenz, er werde keine Übergangsregierung zulassen und weiterregieren. Seine Regierung erwäge eine Verfassungsänderung, nach der der Präsident künftig nicht mehr wiedergewählt werden kann. Diese Regelung hatte Fujimori vor einigen Jahren selbst abgeschafft, um sich eine dritte Amtszeit zu ermöglichen. Tausende seiner Anhänger forderten ihn auf, an der Macht zu bleiben.

Während Justizminister Alberto Bustamante die Wahl eines neuen Präsidenten für März in Aussicht stellte, forderte Oppositionsführer Alejandro Toledo am Dienstag eine Abstimmung innerhalb von vier Monaten. Bustamante sagte, der neue Präsident solle am 28. Juli, dem traditionellen Vereidigungsdatum in Peru, sein Amt antreten. Toledo forderte dagegen die Bildung einer Übergangsregierung, die die Wahl beaufsichtigen solle. "Wir brauchen jetzt eine Regierung, die legitimiert ist und den Willen des Volkes respektiert", erklärte Toledo.

Fujimori fuhr in der Nacht zum Dienstag in das Hauptquartier der Streitkräfte. Der Grund und die Dauer seines Besuchs waren unbekannt. Unbestätigten Berichten zufolge sollen die von Montesinos ausgewählten Generäle den Geheimdienstchef weiter unterstützen. Der General im Ruhestand Jaime Salinas sagte, am Sonntagabend hätten sich etwa 50 Generäle mit Verteidigungsminister Carlos Bergamino getroffen. Zudem erhielten die Kommandeure weiterhin Instruktionen von Montesinos. Unterdessen teilte die Staatsanwaltschaft in Lima mit, sie habe Montesinos am Montag zu den Bestechungsvorwürfen vernommen.

Der Abgeordnete Fernando Olivera, der das Videoband veröffentlichte, sagte, Montesinos habe ihm mit einem blutigen Putsch gedroht, falls eine weitere Videoaufnahme erscheine. Die ersten Opfer wären dann Mitglieder seiner Partei und seiner Familie.

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