• Petra-Kelly-Preis: Auszeichnung der Heinrich-Böll-Stiftung für zwei Indianerinnen aus Chile

Politik : Petra-Kelly-Preis: Auszeichnung der Heinrich-Böll-Stiftung für zwei Indianerinnen aus Chile

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Der Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung geht in diesem Jahr an zwei Indianerinnen aus Chile. Die beiden Schwestern Berta und Nicolasa Quintreman Calpán sind Kleinbäuerinnen und seit 1992 in einer Bürgerbewegung gegen den Bau eines Staudamms aktiv. Die Mapuche-Pehuenche-Indianerinnen leben im Tal des Biobío-Flusses südöstlich der Stadt Concepción. Die Jury würdigte mit der Preisvergabe nicht nur das gewaltfreie Engagement der beiden Schwestern, sondern auch generell den demokratischen Widerstand gegen den Bau von Staudämmen: "Die Preisentscheidung ist auch eine grundsätzliche Stellungnahme gegen diese Politik, die weltweit mit Umsiedlung, Vertreibung, und gravierenden Umweltschäden verbunden ist."

Der Bau des Ralco-Staudammes am Biobío-Fluss würde das Land der Indianer überfluten. Hunderte Menschen müssten umgesiedelt werden, 3400 Hektar Wald würden zerstört. Außerdem würden zahlreiche indigene Kultstätten dem Projekt zum Opfer fallen. Mit dem Petra-Kelly-Preis würdigt die Heinrich-Böll-Stiftung Personen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich für die Achtung der Menschenrechte, für gewaltfreie Konfliktlösungen und den Umweltschutz einsetzen. Der Jury gehören unter anderem der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Gerd Poppe, der ungarische Schriftsteller György Dalos und die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestages, Claudia Roth, an.

Vor zwei Jahren wurde der mit 20 000 Mark dotierte Preis zum ersten Mal vergeben. Die Auszeichnung erhielt die Menschenrechtsorganisation UNPO (Unrepresented Nations and People Organisation). Mit dem 1997 ins Leben gerufenen Preis erinnert die Böll-Stiftung an Petra Kelly (1947-1992), Mitbegründerin der Grünen und Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

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