Pfahls-Vernehmung : "Wäre das Geld gerne wieder losgeworden"

Im Prozess gegen den Strauß-Sohn Max in Augsburg hat der frühere Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls erklärt, über keinerlei Zahlungen von Karlheinz Schreiber an Max Strauß informiert gewesen zu sein. Er selbst habe Angst vor Schreiber gehabt.

Pfahls
Alte Bekannte: Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfals (rechts) und Max Strauß (links). -Foto: dpa

AugsburgIm Steuer-Strafprozess gegen Max Strauß hat die Zeugenaussage des früheren Verteidigungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls keine Informationen über die geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Angeklagten und dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber erbracht. Vor dem Landgericht Augsburg sagte Pfahls, er wisse nicht, ob Max Strauß von Schreiber für Waffen- oder Flugzeuggeschäfte jemals Geld erhalten habe. Er wisse auch nicht, ob Strauß die Beziehungen seines prominenten Vaters genutzt habe, um damit Geld zu verdienen.

Der Sohn des langjährigen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß ist angeklagt, von Schreiber Millionenprovisionen erhalten und nicht versteuert zu haben. Das Geld soll auf das Schweizer Tarnkonto "Maxwell" geflossen sein. Strauß bestreitet, je von Schreiber Geld bekommen zu haben. In einem ersten Prozess wurde Strauß wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil wegen Mängeln auf.

Pfahls schilderte am Mittwoch seine eigenen Schmiergeldannahmen. Schreiber habe ihm 1991 und 1992 insgesamt 873.000 Mark in bar gegeben und zudem auf ein Schweizer Konto 3,8 Millionen Mark für seine politische Lobbyarbeit für Rüstungsgeschäfte überwiesen. Zusammen waren das umgerechnet knapp 2,4 Millionen Euro. Pfahls war 2005 deshalb zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Vernichten um den Preis der eigenen Vernichtung

"Das, was ich erhalten habe, wäre ich gerne wieder losgeworden", sagte der frühere CSU-Politiker. Er habe aber Angst vor Schreiber gehabt und verhindern wollen, dass die Schmiergeldzahlungen bekannt werden. Wenn Schreiber jemanden hasse, dann so stark, "dass er ihn vernichtet, auch um den Preis der eigenen Vernichtung". Deshalb habe er sich nicht radikal von Schreiber trennen wollen.

Zu Schreibers Schweizer Tarnkontensystem sagte Pfahls, er habe zwar gewusst, dass solche Konten existierten, aber weder Tarnnamen noch Bankverbindungen gekannt. Aus seiner "Männerfreundschaft" zu Schreiber sei später eine finanzielle Beziehung über die Schmiergelder geworden. Es habe aber keine Vereinbarungen über die Verwendung der Millionenbeträge auf dem Schweizer Tarnkonto gegeben. Schreibers Zahlungen an ihn seien spontan erfolgt, sagte Pfahls.

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