Pflege-Missstände : Medizinischer Dienst kritisiert Schmidts Pflege-Pläne

Die Pläne von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zur Bekämpfung der Missstände in Pflegeheimen reichen nach Befürchtungen der Krankenkassen nicht aus. Sie haben Sorge, negative Kontrollergebnisse könnten unveröffentlicht bleiben.

Berlin"Bislang wird viel über Transparenz geredet, aber die Umsetzung auf Fachebene geht noch nicht weit genug", sagte Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS), der "Süddeutschen Zeitung". Im Kampf gegen Pflege-Missstände will Schmidt (SPD) schärfere Kontrollen durch den MDS und eine Veröffentlichung der Ergebnisse. Ihr Ministerium stellt derzeit den Gesetzentwurf für die Pflegereform fertig.

Pick kritisierte unter anderem, den Planungen zufolge sollten die Heime und Pflegedienste bei Veröffentlichungen mitreden können. Negative Ergebnisse könnten so unveröffentlicht bleiben. Ein Bericht des MDS hatte teils erhebliche Defizite in der Pflege moniert.

Zugleich lobte Pick Schmidts Vorstoß, für mehr Ärzte in den Heimen zu sorgen. Schmidt hatte die Verankerung von Heimärzten im Gesetz angekündigt. Der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, forderte, Pflegeheime müssten verpflichtet werden, die ärztliche Versorgung sicherzustellen - durch angestellte oder niedergelassene Ärzte. (mit dpa)

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