Philippinen : Armee stürmt Hotel mit meuternden Soldaten

Sie wagten schon einmal den Aufstand: 30 Putschisten aus Armeekreisen haben erneut die Machtprobe mit der philippinischen Präsidentin Arroyo gesucht - und offenbar kläglich verloren.

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In Position. Soldaten vor dem Sturm auf das von Rebellen gehaltene Hotel in Manila. -Foto: dpa

ManilaDie philippinische Polizei und Armee haben ein Hotel gestürmt, in dem sich eine Gruppe aufständischer Soldaten verschanzt hatte. Ein Panzerfahrzeug durchbrach den Eingang und fuhr in die Lobby, wie im Fernsehen zu sehen war. Die Polizei feuerte mit Tränengas. Augenzeugen berichteten von heftigen Schusswechseln. Auf dem Hotelgelände standen hunderte Soldaten mit der Waffe im Anschlag.

Augenzeugen berichteten von Schüssen in der Nähe des Hotels. Die rund 30 Soldaten hatten ein Ultimatum der Polizei, sich zu ergeben, verstreichen lassen. Sie waren am Morgen aus einem Gerichtssaal gestürmt, in dem sich einige von ihnen wegen Beteiligung an einem gescheiterten Umsturzversuch 2003 verantworten mussten. Dann marschierten die Soldaten aus dem Gerichtsgebäude und in den Finanzdistrikt. Begleitet wurden sie von mehr als einem Dutzend bewaffneter Militärpolizisten, die die Männer eigentlich bewachen sollten.

Regierung wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck
 
Er könne kein Blutvergießen verantworten, kommentierte der Anführer der Rebellen, Antonio Trillanes, nach der Stürmung des Hotels sein Aufgeben. Präsidentin Arroyo warf er Korruption und Wahlbetrug vor. Trillanes ist bereits wegen eines Umsturzversuches aus dem Jahre 2003 angeklagt. Er musste deshalb heute vor Gericht erscheinen.

Einer seiner Mitstreiter, General Danilo Lim, hatte zuvor eine Erklärung verlesen, in der die Gruppe Arroyo ihre Unterstützung entzieht. Die Regierung kämpft seit Monaten gegen Korruptionsvorwürfe. Nach den letzten Wahlen hielten sich hartnäckige Vorwürfe eines Wahlbetrugs, die aber nie nachgewiesen wurden. (feh/ho/dpa)

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