Politik : Philippinen: Militär befreit 13 Sayyaf-Geiseln

mkb

Das philippinische Militär hat 13 Geiseln befreit, die die Abu-Sayyaf-Gruppe entführt hatte. Damit sind alle Geiseln, die in der vergangenen Woche auf der Insel Basilan verschleppt worden waren, frei oder tot. Am Donnerstag waren mehr als 30 Menschen entführt worden. Elf von ihnen konnten fliehen, am Freitag und am Samstag wurden zehn Leichen gefunden. Alle waren enthauptet.

Bei der Befreiungsaktion am Sonntag seien alle Geiseln unversehrt geblieben, sagte General Jose Camiling, der Stabschef der Streitkräfte. Die Armee hatte am frühen Morgen ein Lager der Abu Sayyaf in der Nähe der Stadt Isabela angegriffen, zunächst mit Kampfhubschraubern und dann mit Bodentruppen. "Nach einem heftigen Feuergefecht sind die Kidnapper geflüchtet. Ihre Gefangenen ließen sie zurück", sagte Camling. "Wir haben viele Abu Sayyaf getötet", sagte ein Armeesprecher in Basilan ohne Zahlen zu nennen.

Die befreiten Geiseln, acht von ihnen sind Kinder, waren völlig erschöpft. "Wir mussten drei Tage und drei Nächte lang durch den Dschungel laufen", erzählte Hermie Revillas, die mit ihrem achtjährigen Sohn überlebte, den sie die ganze Zeit lang getragen hatte. Als sie hörte, dass ihr Mann getötet worden war, brach sie zusammen. Eine andere Frau erzählte, wie sie gesehen habe, dass eine junge Mutter vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt worden sei. Ein Kind berichtete, dass eine Geisel vergeblich versucht habe, einem Abu Sayyaf sein Gewehr wegzunehmen. Der Mann sei erschossen und mit Macheten zerhackt worden.

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