Politik : Phillippinen: Armee droht Abu Sayyaf

Die philippinischen Streitkräfte halten trotz der Morddrohungen der Abu-Sayyaf-Entführer an ihrem Plan für eine gewaltsame Befreiungsaktion fest. Einer der Kommandeure der Suchaktion, Brigadegeneral Romeo Dominguez, sagte, das Gefecht werde beginnen, sobald man die Entführer gefunden habe. Rundfunkberichten zufolge wurden die 20 Geiseln der Rebellengruppe auf einem Boot vor der Insel Keenapusan gesichtet. Das Schiff sei mit Handgranaten gesichert, hieß es in der Meldung eines Lokalsenders am Donnerstag. Ein ranghoher Offizier bestätigte später, dass das Boot mit den Geiseln vor der Insel gesehen worden sei. Anderen Berichten zufolge werden die Entführten nun auf der südlichen Philippinen-Insel Basilan vermutet. "Es ist sehr gut möglich, dass sie dort sind", sagte Armeesprecher Brigadegeneral Edilberto Adan. Das Militär errichtete derweil einen Sicherungsring um Basilan und die benachbarte Insel Jolo.

Die USA haben der philippinischen Regierung unterdessen Hilfe bei der Suche nach den 20 Geiseln angeboten, die von der extremistischen Moslemgruppe Abu Sayyaf entführt wurden. Nach Angaben der philippinischen Streitkräfte geht es bei der Hilfe vor allem um Ausrüstung. "Wir brauchen keine Kampfeinheiten hier. Was wir brauchen, sind Informationen", sagte ein Militärsprecher. Benötigt würden Aufklärungsflugzeuge und Nachtsichtgeräte.

In der Gewalt der Abu Sayyaf befinden sich drei Amerikaner und 17 Philippiner. Die Regierung in Manila, die Lösegeldzahlungen kategorisch ablehnt, setzte eine Belohnung von umgerechnet 4,6 Millionen Mark zur Ergreifung der Täter aus.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben