Politik : Philosoph Weizsäcker gestorben

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Starnberg - Der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 94 Jahren in seinem Haus bei Starnberg (Bayern), wie seine Tochter Dorothea Brenner sagte. Der mit Auszeichnungen und Ehrungen überhäufte Kieler Diplomatensohn galt als der wohl letzte deutsche Universalgelehrte. In den Zeiten der Ost-West-Konfrontation wurde die Kriegsverhütung zu seinem zentralen Engagement.

Kein anderer Wissenschaftler hat sich als Zeit-Diagnostiker, Mahner und Vordenker der „Weltinnenpolitik“ durch Jahrzehnte im öffentlichen Leben der Bundesrepublik vergleichbare Autorität erworben. Vor dem Hintergrund der Entdeckung der Uranspaltung und der damit verbundenen Möglichkeit, Atombomben zu bauen, lautete sein Leitmotiv: Die Wissenschaft trägt Verantwortung für die eigenen Ergebnisse.

Die erste politische Aktion des Physikers war 1957 die Initiative zur Erklärung der „Göttinger Achtzehn“, mit der diese zur weltweiten Einstellung von Produktion und Einsatz der Atomwaffen aufriefen. Eine von der SPD und der FDP angetragene Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten lehnte der ältere Bruder des späteren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (CDU) mit der Begründung ab, er wolle kein „Ersatzkandidat“ gegen Karl Carstens (CDU) sein. dpa

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