Politik : Pieper will zurück

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Halle/Berlin (AP/dpa/m.m.). Mit Generalsekretärin Cornelia Pieper an der Spitze will die sachsen-anhaltinische FDP das neue Bundesland wieder zu einer liberalen Hochburg machen. Die FDP-Landesvertreterversammlung in Halle setzte Pieper auf Platz 1 der Kandidatenliste für die Bundestagswahl. Die Hallenserin, die in Sachsen-Anhalt Vorsitzende des Landesverbandes und der Landtagsfraktion ihrer Partei ist, erhielt 150 von 196 abgegebenen Stimmen. Das waren 76,9 Prozent. 36 Delegierten votierten gegen sie, neun enthielten sich der Stimme. Gegen ihre erneute Bewerbung um ein Bundestagsmandat hatte es zunächst Widerstand im FDP-Bundespräsidium gegeben. Parteichef Guido Westerwelle sicherte ihr aber später volle Rückendeckung für die Kandidatur zu.

Pieper, die erst vor wenigen Wochen auf ihr Mandat im Deutschen Bundestag verzichtet hatte, begründete ihre Entscheidung mit mehr Einflussmöglichkeiten für ihr Heimatland auf Bundesebene. „Jetzt, wo das Feld in Sachsen-Anhalt gut bestellt ist, steht die Frage: Was können wir, was kann ich noch mehr für Sachsen-Anhalt tun?", sagte sie und versicherte: „Mein Herz wird immer für Sachsen-Anhalt schlagen!" Sie habe nicht vor, von hier wegzugehen, wolle aber künftig in Berlin für ihr Heimatland zu kämpfen.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Werner Schulz kritisierte, dass sich Pieper ihrer Verantwortung in der Landespolitik entziehen wolle. Er sprach von einer „Piep-Show“ der FDP-Frau und fügte hinzu: „Für die Politik ist es immer unglücklich, wenn jemand den Mund so aufreißt und dann nicht mehr einen Zahn drin hat.“ Mit Blick auf Ambitionen Piepers auf das Amt der Bundesbildungsministerin sagte Schulz dem Tagesspiegel: „Pieper hätte die Königin von Sachsen-Anhalt werden können. Nun wird sie zur Bettlerin der FDP.“

Mit Pieper als Spitzenkandidatin, die damals auch als Anwärterin für das Amt des Ministerpräsidenten angetreten war, hatte die FDP Sachsen-Anhalts bei der Landtagswahl im April 13,3 Prozent der Stimmen erzielt. Außer auf Listenplatz 1 bewirbt sie sich auch um ein Direktmandat in Halle.

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