Politik : Piraten fordern Lösegeld für Seglerpaar

London - Somalische Piraten haben für das vor einer Woche entführte britische Seglerpaar umgerechnet 4,7 Millionen Euro Lösegeld verlangt. Gegenüber dem Rundfunksender BBC rechtfertigte einer der Seeräuber die Forderung am Freitag mit den Anti-Piraten-Einsätzen der Nato, bei denen „viel Ausrüstung von armen einheimischen Fischern“ zerstört worden sei. Ihre Geiseln, Paul und Rachel Chandler, brachten die Piraten inzwischen an Land.

„Wir brauchen nur den kleinen Betrag von sieben Millionen Dollar“, sagte der Pirat der BBC. In Anbetracht des durch die Nato-Einsätze entstandenen Schadens und der „Fischer“, die von den westlichen Einsatzkräften gefangengenommen und in Gefängnisse gebracht worden seien, sei die Summe „nicht hoch“. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums bestätigte die Forderung. Für gewöhnlich geht London darauf jedoch nicht ein.

Die Yacht von Paul und Rachel Chandler war am Freitag vor einer Woche von somalischen Piraten geentert worden. Wie einer der Seeräuber am Samstag der Nachrichtenagentur AFP telefonisch sagte, wurden die beiden Geiseln am Freitag an Land gebracht. Nach Angaben eines Stammesführers wird das Paar nun in der Nähe der Piraten-Hochburg Haradhere festgehalten. Sein genauer Aufenthaltsort sei jedoch unbekannt.

Die beiden entführten Segler telefonierten am Freitag mit dem britischen Sender ITV. Sie seien „sicher“ und „gesund“, sagte die ängstlich klingende Rachel Chandler. Ihre Entführer seien „sehr gastfreundliche Leute“. AFP

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