Piratenjagd : China will Kriegsschiffe nach Somalia entsenden

Es soll der erste Einsatz außerhalb chinesischer Hoheitsgewässer werden: China beteiligt sich mit mehreren Kriegsschiffen am Kampf gegen Seeräuber vor der Küste Somalias. Vor kurzem wurde ein chinesisches Handelsschiff angegriffen.

PekingChina will mehrere Kriegsschiffe zum Kampf gegen Piraten vor die Küste Somalias entsenden. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking sagte am Donnerstag, die Regierung bereite die Verlegung von Kriegsschiffen in den Golf von Aden vor, um sich am Schutz der Seefahrtsrouten zu beteiligen. Wie die chinesische Zeitung "Global Times" berichtete, sollen zwei Zerstörer und ein Versorgungsschiff nach dem 25. Dezember vom Marinestützpunkt auf der Insel Hainan aufbrechen. Der Einsatz soll drei Monate dauern.

Nach Angaben von Shen Shishun vom chinesischen Institut für internationale Beziehungen beteiligt sich die chinesische Marine damit erstmals in der neueren Geschichte an einem Einsatz außerhalb der Hoheitsgewässer des Landes. Der UN-Sicherheitsrat, dem China als ständiges Mitglied angehört, hatte am Dienstag die Verfolgung somalischer Piraten auch auf dem Festland erlaubt. In Deutschland entscheidet am Freitag der Bundestag über eine Beteiligung an der EU-Marinemission "Atalanta" gegen Piraten am Horn von Afrika.

Im Golf von Aden zwischen dem Jemen und Somalia sowie im Indischen Ozean überfielen Piraten seit Jahresbeginn mehr als 100 Schiffe. Unter anderen haben die Piraten einen mit Waffen beladenen ukrainischen Frachter und den saudiarabischen Supertanker "Sirius Star" in ihrer Gewalt. Am Mittwoch griffen Seeräuber ein chinesisches Handelsschiff an. (mhz/AFP)

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