Politik : Pisa: Bayern hat die besten Schüler

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Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland hat bei dem Test demzufolge das Mittelfeld erreicht. In der Schlussgruppe finden sich Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Berlin und Hamburg, die als Stadtstaaten vergleichbare Probleme haben wie Bremen, tauchen wegen zu geringer Teilnehmerzahlen dagegen in der Wertung nicht auf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnte mit Blick auf die Ergebnisse vor „Parteiengezänk und Wahlkampf auf dem Rücken der Kinder“.

Die Leistungen der Gymnasien in den Ländern wurden gesondert ausgewertet. Auch hier liegt Bayern mit seiner relativ geringen Zahl von Abiturienten deutlich vorn, gefolgt von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sollen deutlich aufholen.

Im Blick auf die Pisa-Ergebnisse bestritt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), die zu Tage getretenen Defizite seien zurückzuführen auf Geldmangel. „Das schlechte Abschneiden bei der Pisa-Studie hat nichts mit einer schlechten materiellen Ausstattung der Schulen zu tun, sondern es geht darum, welche Lehrinhalte wie vermittelt werden“, sagte er in einem Interview mit dem Tagesspiegel am Sonntag. Der SPD-Politiker plädierte dafür, sich von der Vorstellung zu lösen, dass die Schulen alles korrigieren könnten, was mit den Kindern in den ersten fünf Lebensjahren falsch gemacht worden sei. „ Was sich viele nicht mehr zu fragen trauen: Was muss das Elternhaus zur Erziehung beitragen? Es kann nicht immer nur nach dem Staat gerufen werden.“

Harte Kritik übte Wowereit am Verhalten der Medien im Umgang mit Politikern und Prominenten. Alle Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, würden mittlerweile „ohne jede Grenze traktiert.“ Diese Entwicklung führe dazu, „dass man seine Spontanität verliert“. Es würden immer mehr Grenzen überschritten.

Wowereit plädierte dafür eine Hauptstadtkommission zu gründen. Sie solle sich damit auseinander setzen, wie in Deutschland der Hauptstadtgedanke gestärkt werden könne, ohne dass sich dies gegen den Föderalismus wende.“ Er habe über die Einrichtung eines solchen Gremiums bereits mit Bundespräsident Johannes Rau gesprochen.

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