Politik : Pisa: Bayern hat die besten Schüler

NAME

Berlin/München (rt/M.G.). Beim Schulvergleich der deutschen Bundesländer hat Bayern mit deutlichem Vorsprung den ersten Platz erreicht. Baden-Württemberg folgt auf dem zweiten Rang, berichtete die Deutsche Presse-Agentur. In dem mit Spannung erwarteten Ländervergleich teilen sich Sachsen und Rheinland-Pfalz fast punktgleich den dritten und vierten Platz.

Für den deutschen Teil der Schuluntersuchung Pisa hatten die Kultusminister im Sommer 2000 rund 50 000 Schüler testen lassen. Dabei ging es hauptsächlich um das Leseverständnis, aber auch um die Kenntnisse der 15-Jährigen in Mathematik und den Naturwissenschaften.

Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland hat bei dem Test demzufolge das Mittelfeld erreicht. In der Schlussgruppe finden sich Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Berlin und Hamburg, die als Stadtstaaten vergleichbare Probleme haben wie Bremen, tauchen wegen zu geringer Teilnehmerzahlen dagegen in der Wertung nicht auf. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Dagmar Schipanski (CDU), wollte am Sonnabend die Berichte nicht kommentieren, da die Ergebnisse offiziell erst am 27. Juni vorgestellt werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warnte vor „Parteiengezänk und Wahlkampf auf dem Rücken der Kinder“ vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse.

Die Leistungen der Gymnasien in den Ländern wurden gesondert ausgewertet. Auch hier liegt Bayern mit seiner relativ geringen Zahl von Abiturienten deutlich vorn, gefolgt von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sollen deutlich aufholen. Leichte Veränderungen sind bei der Daten-Schlussabstimmung allerdings noch möglich.

Im Blick auf die Pisa-Ergebnisse bestritt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die Vermutung, zu Tage getretene Defizite im Schulbereich lägen am Geldmangel. „Das schlechte Abschneiden bei der Pisa-Studie hat nichts mit einer schlechten materiellen Ausstattung der Schulen zu tun, sondern es geht darum, welche Lehrinhalte wie vermittelt werden“, sagte er in einem Interview mit dem Tagesspiegel am Sonntag. Da müsse viel entrümpelt werden. „Ich bin dafür, die Kinder in 12 Jahren zum Abitur zu führen und die Studienzeiten zu verkürzen.“

Der SPD-Politiker plädierte dafür, sich von der Vorstellung zu lösen, dass die Schulen alles korrigieren könnten, was mit den Kindern in den ersten fünf Lebensjahren falsch gemacht worden sei. „ Was sich viele nicht mehr zu fragen trauen: Was muss das Elternhaus zur Erziehung beitragen? Es kann nicht immer nur nach dem Staat gerufen werden.“

Harte Kritik übte Wowereit an dem Verhalten der Medien. Alle Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, würden mittlerweile „ohne jede Grenze traktiert“. Diese Entwicklung führe dazu, „dass man seine Spontanität verliert; und selbst anfange, mit den Medien nur noch taktisch umzugehen“. Es würden immer mehr Grenzen überschritten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben