Politik : Pisa-Studie: Bayern ist Klassenbester

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Berlin (Tsp). Bayern ist im deutschen Pisa-Vergleichstest der Schulen in allen Belangen vorn. Auf den weiteren vorderen Plätzen liegen Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen. Im internationalen Vergleich lag Deutschland beim Pisa-Test auf dem 21. Platz. Bayern alleine läge je nach Disziplin auf Plätzen zwischen zehn und zwölf. Fast durchweg am Ende der deutschen Bewertungsskala liegt Bremen, das im internationalen Vergleich hinter Russland und Lettland abschneidet. Aber nicht immer liegt der Süden vorn: Bei den naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Gymnasiasten ist Schleswig-Holstein führend. Berlin, wo nur die Gymnasien bewertet wurden, liegt im Mittelfeld.

Grünen-Spitzenkandidat und Außenminister Joschka Fischer hält die bayerische Bildungspolitik nicht für vorbildlich. Für ihn ist das Gesamtschulsystem in Finnland das beste Modell. Im Tagesspiegel am Sonntag lobte Fischer die sozialdemokratischen Bildungsreformen der 60er Jahre als die „ganz entscheidenden gesellschaftlichen Reformen für mehr Gerechtigkeit. Dass das jetzt unter dem Gesichtspunkt der Leistungssteigerung in Frage gestellt wird, das muss man zum zentralen Gerechtigkeitsthema machen." Fischer weiter: „Das alte wilhelminische Gymnasium hätte nach den Standards, die heute gestellt werden, vermutlich besser abgeschnitten, weil es sozial ganz eng ausgewählt hat.“ Die Vorsitzende des Bundeselternrats, Renate Hendricks, verlangte im Gespräch mit dem Tagesspiegel bundesweite Bildungsstandards und empfahl Eltern in schlechteren Schul-Ländern zu klagen.

Die deutsche Pisa-Studie wurde zeitgleich mit der internationalen Pisa-Studie im Frühjahr 2000 durchgeführt. Sie soll differenziertere Aussagen über Stärken und Schwächen im deutschen Bildungssystems bringen.

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