Politik : PKK heißt jetzt Kadek

Susanne Güsten

Nichts für ungut, sagt die PKK zum Abschied: Die kurdische Rebellentruppe habe schwere Fehler bis hin zum "Banditentum" begangen, heißt es in der Abschlussresolution zum achten und letzten Untergrundparteitag der Arbeiterpartei Kurdistan (PKK). Doch Fehler hin oder her - ihre "historische Mission" habe die PKK erfüllt, beschlossen die Delegierten, lösten die Organisation auf und konstiuierten sich neu: Als "Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans" (Kadek) wolle man künftig mit friedlichen Mitteln für einen "vereinten und demokratischen Nahen Osten" kämpfen, so die neue Partei am Dienstag in Brüssel. Die türkische Regierung hat dafür nur ein verächtliches Schnauben übrig. Doch auch unabhängige Beobachter bezweifeln, dass die Kadek den Kurdenkonflikt in der Türkei beenden kann oder will.

Zum Vorsitzenden der Kadek wählten die 285 Delegierten den Vorsitzenden der PKK - den Rebellenführer Abdullah Öcalan, der in einem türkischen Gefängnis sitzt. Was Öcalan zu sagen hat, das gilt in der PKK-Kadek noch immer: Seine "Thesen, über die von der Menschheit im neuen Jahrhundert einzuschlagende Richtung" würdigte der Parteitag als "tiefsinnigstes Denksystem der Menschheitsgeschichte". Hapern tut es allerdings bei der praktischen Umsetzung: Äußerlich kam die PKK mit der Kadek-Gründung zwar Öcalans Wunsch nach Umwandlung in eine politische Partei nach - doch inhaltlich mangelt es zumindest den Gründungsdokumenten an der von Öcalan vertretenen Kompromissbereitschaft mit der Türkei und einem Zeichen des echten Friedenswillens.

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