Pläne von Familieministerin Manuela Schwesig : Mein Lohn gehört mir

Familieministerin Manuela Schwesig (SPD) will die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern angehen. Doch die meisten Bundesbürger halten nichts davon, mehr Transparenz in das Gehaltsgefüge eines Unternehmens zu bringen.

Bundesfamilieministerin Manuela Schwesig (SPD).
Bundesfamilieministerin Manuela Schwesig (SPD).Foto: dpa

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt nach einer Umfrage mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern in ihren Unternehmen ab. Ein Drittel aller Bundesbürger (33 Prozent) würde es zwar begrüßen, wenn sie sich in ihrem Betrieb über Löhne und Gehälter der Kollegen mit vergleichbarer Tätigkeit informieren könnten. 38 Prozent der Befragten sprechen sich aber dafür aus, dass die Höhe der Bezüge geheim bleiben soll, wie eine am Dienstag veröffentlichte Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" ergab. Danach plädieren 27 Prozent dafür, dass offengelegt werden sollte, wer wie viel in einer Firma verdient.

Von den befragten Frauen, die davon profitieren würden, befürworten den Angaben zufolge nur 32 Prozent mehr Transparenz, von den Männern 33 Prozent. Dass generell davon abgesehen werden sollte, Löhne und Gehälter offenzulegen, meinten überdurchschnittlich viele Anhänger von CDU/CSU (49 Prozent). Für eine generelle Offenlegung seien vor allem Sympathisanten der Linken (43 Prozent) und der Grünen (42) sowie Ostdeutsche (35 Prozent). Im Westen seien es nur 25 Prozent.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sichtbar machen und plant ein Gesetz, damit sich "möglichst alle Angestellten" über die Gehälter von Kollegen mit gleicher Tätigkeit informieren können. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, für mehr Transparenz zu sorgen, "unter anderem durch eine Verpflichtung für Unternehmen ab 500 Beschäftigte, im Lagebericht auch zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit Stellung zu nehmen". Darauf aufbauend werde für Arbeitnehmer ein individueller Auskunftsanspruch festgelegt. (dpa)

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