Plagiatsstreit : Koch-Mehrin will ihren Doktortitel zurück

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen die Aberkennung ihres Doktortitels ein und ist zu einer Klage bereit. Die Uni Heidelberg hatte zahlreiche Plagiate in ihrer Dissertation nachgewiesen.

Silvana Koch-Mehrin will sich ihren Doktortitel nicht nehmen lassen.
Silvana Koch-Mehrin will sich ihren Doktortitel nicht nehmen lassen.Foto: dapd

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin fechtet die Aberkennung ihres Doktortitels an. Die Europaparlamentarierin habe Widerspruch gegen die Entscheidung der Universität Heidelberg eingelegt, den ihr im Jahr 2000 verliehenen Titel wieder zu entziehen, sagte ein Sprecher Koch-Mehrins am Sonntag und bestätigte damit einen „Spiegel“-Vorabbericht. Sollte die Uni an der Entscheidung festhalten, könnte die FDP-Politikern dem Magazin zufolge vor dem Verwaltungsgericht klagen.

Die Universität Heidelberg hatte Koch-Mehrin den Doktortitel Mitte Juni aberkannt, nachdem der Promotionsausschuss der Hochschule eine Vielzahl von Plagiaten nachgewiesen hatte. Koch-Mehrin hatte anschließend erklärt, ihre Arbeit sei zwar „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“. Die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Arbeit beruhten jedoch auf ihrer eigenen Leistung.

Nach dem Verlust ihres Doktortitels war die 40-Jährige dann überraschend Vollmitglied im Forschungs- und Industrieausschuss des EU-Parlaments geworden. Zuvor war sie dort nur stellvertretendes Mitglied gewesen. Koch-Mehrin hatte den Ausschuss-Sitz mit ihrem Parteikollegen Jorgo Chatzimarkakis getauscht, der vor wenigen Tagen ebenfalls seine Doktorarbeit durch Plagiatsvorwürfe verloren hat. Erst nach Protesten der Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland zog sich Koch-Mehrin aus dem Ausschuss zurück.

Auch die Doktorarbeit der FDP-Außen- und Sicherheitsexpertin Margarita Mathiopoulos wird von der Universität Bonn überprüft. Zudem wurde am 6. Juli bekannt, dass sich ausgerechnet der niedersächsische Bildungsminister Althusmann in seiner Doktorarbeit fremden geistigen Eigentums bediente. (dapd)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

78 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben