Plagiatsvorwürfe : SPD fordert Rücktritt von Schavan

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppernmann hat Bundesbildungsministerin Schavan scharf angegriffen. Er forderte ihren Rücktritt wegen des Plagiatsverdachts. CDU-Generalsekretär Gröhe wirft dem SPD-Mann daraufhin vor, sich im Ton vergriffen zu haben.

Annette Schavan ist zurzeit auf Reisen in Israel. Zuhause tobt die Diskussion über ihre Doktorarbeit.
Annette Schavan ist zurzeit auf Reisen in Israel. Zuhause tobt die Diskussion über ihre Doktorarbeit.Foto: Reuters

Die SPD hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zum Rücktritt aufgefordert. Schavan, die wegen ihrer Doktorarbeit in der Kritik steht, sollte sich überlegen, dass „sie von sich aus zurücktritt und Deutschland diese Debatte erspart“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Mittwoch in Berlin. Schavan habe Anspruch auf ein „faires, korrektes Verfahren“, allerdings sei sie als Bildungs- und Forschungsministerin „irreparabel beschädigt“. Die Israel-Reise der Ministerin werde ihre „Abschiedsreise“, fuhr Oppermann fort.

Die Forderung von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nach einem zweiten Gutachten zu Schavans Doktorarbeit wies Oppermann zurück. Das Papier eines Wissenschaftlers der Universität Düsseldorf wirft der CDU-Politikerin vor, in ihrer Doktorarbeit bewusst Textpassagen ohne korrekten Beleg von fremden Autoren übernommen zu haben.

Die CDU nahm Schavan gegen die Kritik der Opposition in Schutz. „Auch für eine Ministerin muss gelten, dass es keine Vorverurteilungen geben darf“, sagte CDU- Generalsekretär Hermann Gröhe. Schavan leiste als Ministerin „hervorragende Arbeit und hat unser volles Vertrauen.“ Nun sei das weitere Prüfungsverfahren an der Universität Düsseldorf abzuwarten. Gröhe forderte die Opposition zur Mäßigung auf und warf SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann vor, sich im Ton zu vergreifen.

Am Mittwochnachmittag soll sich der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Hochschule mit dem Fall befassen. Zudem will die Universitätsleitung der Frage nachgehen, wie das Gutachten in die Medien gelangte, und hat in diesem Zusammenhang Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Die Ministerin reiste am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch nach Israel.

(dapd)

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