Politik : Plastik für den Patienten

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Mit der Idee vom "gläsernen Patienten" spielt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) seit langem. Am Montag hat sie aber zum ersten Mal klargestellt, dass der Patientenpass ein Teil ihrer für 2003 angepeilten Gesundheitsreform ist. Zunächst freiwillig, langfristig aber von der Politik gezwungen, sollen Patienten den behandelnden Ärzten mit ihrer Chipkarte sämtliche medizinischen Daten zur Verfügung stellen. Theoretisch wissen die Beamten im Ministerium auch schon, wie der Pass technisch funktionieren soll. Die sensiblen Daten der Versicherten sollen auf einer Chipkarte gespeichert werden. Ein Arzt kann sie erst dann lesen, wenn er und der Patient gemeinsam eine Karte in einen Computer schieben und der Patient zusätzlich auch noch eine Geheimnummer eingibt. Der Datenschutz sei so "garantiert", sagt Schmidt. Sie will nun ein Pilotprojekt starten, das zwischen zehn und 15 Millionen Mark kosten wird. Wie teuer der Pass für alle Versicherten wird, kann Schmidt nicht sagen. Großbritannien führt den Patientenpass gerade ein - und rechnet mit 2,5 Milliarden Mark Kosten. Aber Schmidt erhofft sich durch den Chip auch Einsparungen, da Doppeluntersuchungen und Mehrfachrezepte auf diese Weise wegfallen würden. "Wo allerdings eine Zweitdiagnose notwendig ist, soll die auch gemacht werden", versichert die Ministerin. Diese und weitere Ideen zur Reform des kränkelnden Gesundheitswesen habe sie dem Kanzleramt gemeldet. Damit sei sie jedoch nicht die Einzige: "Alle Ressorts haben ihre Vorschläge für das Kanzleramt aufgeschrieben."

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