Pömmelte : Alle Verdächtigen gestehen

Im Prozess um einen fremdenfeindlichen Angriff auf einen zwölfjährigen Äthiopier in Pömmelte in Sachsen-Anhalt haben alle vier Angeklagten Geständnisse abgelegt.

Schönebeck - Im Prozess um den fremdenfeindlichen Angriff auf einen zwölfjährigen farbigen Jungen in Pömmelte haben alle vier Angeklagten Geständnisse abgelegt. Am zweiten Prozesstag habe auch der vierte Beschuldigte die Tat «im Wesentlichen» zugegeben, teilte eine Sprecherin des Amtsgerichtes Schönebeck am Montag mit. Die drei anderen mutmaßlichen Rechtsextremen hatten die Vorwürfe bereits zum Auftakt des Verfahrens zugegeben.

Die Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung verantworten. Laut Anklage haben sie den Jungen äthiopischer Abstammung aus ausländerfeindlichen Motiven überfallen und mehr als eine Stunde auf sadistische Weise gepeinigt. Das Opfer, das in Pömmelte in Sachsen-Anhalt in einem Kinderheim lebte, trug bei der Tat am 9. Januar 34 Verletzungen davon, darunter ein Schädel-Hirn- Trauma, einen Nasenbeinbruch und Platzwunden.

Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Angeklagten hatte das Gericht die Öffentlichkeit nach Verlesen der Anklageschrift vom Prozess ausgeschlossen. Erst die Urteilsverkündung, die am 22. Mai vorgesehen ist, soll wieder öffentlich sein. Der Prozess wird am 17. Mai fortgesetzt. (tso/dpa)

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