Politik : Polen liefert Mossad-Mann an Berlin aus

Warschau - Polen liefert einen mutmaßlichen Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad an Deutschland aus. Ein Gericht in Warschau entschied am Donnerstag, dass Uri B. innerhalb von zehn Tagen an die deutschen Behörden überstellt werden müsse. Der israelische Staatsbürger wird verdächtigt, im Zusammenhang mit der Ermordung eines Hamas-Funktionärs im Januar in Dubai einen deutschen Pass erschlichen zu haben. Das Berufungsgericht „hält an der erstinstanzlichen Entscheidung fest, die die Auslieferung genehmigt“, sagte der zuständige Richter vor Journalisten in der polnischen Hauptstadt. Bereits am 7. Juli hatte ein polnisches Gericht angeordnet, Uri B. nach Deutschland zu überstellen, wogegen der Beschuldigte Berufung eingelegt hatte. Uri B. war am 4. Juni auf dem Warschauer Flughafen auf Grundlage eines von der Bundesanwaltschaft beantragten europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Dem mutmaßlichen Agenten wurde von deutscher Seite die Verwendung falscher Dokumente und Tätigkeit für ausländische Geheimdienste vorgeworfen. Das Gericht in Warschau hielt an dem Vorwurf der Verwendung falscher Dokumente, nicht aber am Spionagevorwurf fest. Letzterer war von der Verteidigung als politisch motiviert bezeichnet worden, was nach polnischem Recht eine Auslieferung ausschließen würde. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte sich am Donnerstag auf Anfrage zunächst nicht zu dem Fall äußern. AFP

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