Politik : Polens Politiker von EU-Bericht enttäuscht

Europa-Unterhändler fordert mehr Anstrengungen von seinem Land

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Warschau (tro). Die Veröffentlichung des Fortschrittsberichts der EUKommission hat in Warschau Sorge und Enttäuschung ausgelöst. Die „gewaltigen Anstrengungen“, die Polen in den vergangenen Jahren für den EU-Beitritt unternommen habe, seien in dem Rapport nicht ausreichend gewürdigt worden, bedauerte Danuta Hübner, Ministerin für Europäische Integration. Polens EU-Chefunterhändler Jan Truszczynski hingegen reagierte gelassen auf den Kommissions-Bericht: „Wir wussten ja zuvor, was darin steht.“ Vor allem im Agrarbereich mahnte er verstärkte Anstrengungen zur Vorbereitung des EU-Beitritts an: „Der Pfad ist eng. Wenn wir ausrutschen, könnte das schlecht enden.“ Nach Ansicht der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ hat sich Warschau die Rüffel aus Brüssel vor allem selbst zuzuschreiben. Dass ein hoher Beamter sein Vorab-Exemplar des Berichts der Zeitung gegen Geld zur Einsicht anbot, bewertete das Blatt als erneute Bestätigung der von Brüssel bemängelten Korruption. Der Rapport sei weder eine Strafe für die pro-amerikanische Haltung des Landes im Irak-Konflikt noch für die Verteidigung des Traktats von Nizza, betont die Zeitung: „Selbst kennen wir unsere Probleme, sofern wir sehen können. Wir sind nicht mehr der Tigerstaat Europas. Wenn wir uns mit den Reformen nicht beeilen, bestrafen wir uns vor allem selbst.“

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