Politbarometer : 71 Prozent der Deutschen sind für Transitzonen

Mehr als zwei Drittel aller Deutschen befürworten in einer Befragung des ZDF-Politbarometers die Einrichtung von Transitzonen für Flüchtlinge. In der Flüchtlingsfrage ist die Bevölkerung gespalten.

Flüchtlinge warten bei Salzburg auf die Einreise nach Deutschland. Zwei Drittel aller Deutschen würden es laut dem ZDF-Politbarometer befürworten, wenn die Migranten anschließend in einer Transitzone registriert werden würden. dpa
Flüchtlinge warten bei Salzburg auf die Einreise nach Deutschland. Zwei Drittel aller Deutschen würden es laut dem...Foto: dpa

Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge für die Einrichtung der politisch höchst umstrittenen Transitzonen. Für die Schaffung solcher Einrichtungen zur schnellen Prüfung einer möglichen Asylberechtigung in Grenzgebieten sprachen sich in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" 71 Prozent aller Befragten aus. Dagegen waren 25 Prozent der Bundesbürger.
In der Frage, ob Deutschland die hohe Zahl an Flüchtlingen verkraften kann, sind die Deutschen gespalten: Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent glaubt dies nicht, während 46 Prozent dies bejahen. Die Werte veränderten sich kaum im Vergleich zur vorherigen Umfrage Anfang Oktober.


In der Bewertung von Merkels Flüchtlingspolitik sind sich die Bürger uneinig

Auch in der Bewertung der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind die Bundesbürger uneins. Während 45 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass Merkel ihre Arbeit im Bereich Flüchtlinge und Asyl eher gut macht, sehen das 48 Prozent nicht so. Noch weniger kann allerdings der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mit seinem härteren Kurs punkten: Seine Politik finden nur 41 Prozent eher gut, aber 49 Prozent eher schlecht. Lediglich bei AfD-Anhängern bekommt er mit 97 Prozent eine sehr hohe Zustimmung. Dagegen halten auch bei den Anhängern von CDU/CSU nur 43 Prozent seine Politik für eher gut und 46 Prozent für eher schlecht.



Die Union verliert allerdings im Zuge der Flüchtlingskrise in der Wählergunst. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die CDU/CSU im Vergleich zur vorherigen Umfrage Anfang Oktober zwei Punkte verlieren und auf 39 Prozent kommen. Die SPD liegt unverändert bei 25 Prozent, die Linkspartei weiter bei neun Prozent. Die Grünen und die FDP könnten sich jeweils um einen Punkt auf zehn beziehungsweise fünf Prozent verbessern. Die AfD käme unverändert auf sechs Prozent.

Nur acht Prozent im Westen finden Pegida gut, im Osten sind es 21 Prozent

Bei der Bewertung der fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bewegung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Während nur acht Prozent der Befragten in den alten Bundesländern die Bewegung gut finden und 87 Prozent schlecht, unterstützt im Osten gut jeder Fünfte (21 Prozent) Pegida. Die Ablehnung liegt dort nur bei 71 Prozent. Für das ZDF"-Politbarometer" wurden von Dienstag bis Donnerstag 1258 Wahlberechtigte befragt. (AFP)


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