Politbarometer : Abschwung der Sozialdemokratie gestoppt?

Das Politbarometer zeigt auch im August eher sonnige Aussichten für die Union und eher graues Wetter für die SPD an. Doch vor allem im Osten hellt sich die Stimmung für die Sozialdemokraten auf.

Berlin -  Gegenüber der Juli-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel ist der Abstand zwischen den Koalitionspartnern unverändert: Wären am Sonntag Bundestagswahlen, kämen CDU und CSU auf 40 Prozent, die SPD würde bei 29 Prozent landen. Allerdings deutet die allgemeine politische Stimmung darauf hin, dass der seit Monaten anhaltende Negativtrend der Sozialdemokraten an sein Ende gekommen sein könnte – vor allem im Osten hellt sich der Horizont auf, während der Stimmungswert der vereinigten Linkspartei dort deutlich sinkt. Da die FDP wieder neun Prozent erreicht, wäre derzeit eine schwarz-gelbe Koalition mit einer knappen Mehrheit der Sitze möglich. Die Linkspartei käme der Prognose nach auf ebenfalls neun Prozent, die Grünen könnten mit acht Prozent rechnen.

Die Zufriedenheit mit der großen Koalition liegt bei 42 Prozent, beim Amtsantritt im November 2005 lag die Quote bei 59 Prozent. Allerdings war das Ansehehen von Schwarz-Rot im Vorjahr auch schon einmal schlechter. Die Meinung der Anhängerschaft von Union und SPD über das Bündnis ist geteilt – nur jeweils etwa die Hälfte bewertet die Koalition positiv. Überwiegend auf Gnade der Bürger trifft die Arbeit der Koalition bei der Ankurbelung der Wirtschaft, beim Klimaschutz und der Familienförderung. Schlechte Werte gibt es dagegen bei der Gesundheits- und Rentenpolitik.

Angela Merkels demoskopisches Hoch vom Juli schwächt sich wieder ab. Nach 85 Prozent damals sagen jetzt noch 80 Prozent, die Kanzlerin sei gut. Die Bewertung auf der Notenskala fiel von 2,4 auf 2,0. SPD-Chef Kurt Beck konnte sich in der Bewertung durch alle Befragten von 0,6 auf 0,7 verbessern. Von den SPD-Anhängern wurde er von 1,7 auf 1,9 hochgestuft. Damit rückt er näher an Außenminister Frank-Walter Steinmeier, den die SPD-Anhänger mit 2,3 benoten, und Finanzminister Peer Steinbrück (2,0) – beide haben an Popularität leicht verloren. Schlusslicht der Top Ten der deutschen Politik ist Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine (minus 1,5). afk

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