Politik : Politbarometer: Die Union zieht an der SPD vorbei

Für das Politbarometer hat die Forschungsgrup

Für das Politbarometer hat die Forschungsgruppe Wahlen in der Zeit vom 14. bis 17. Januar mehr als 1900 Wahlberechtigte befragt.

Die Union ist weiter im Aufwind. Erstmals seit Juni 2000 liegen CDU/CSU auch in der so genannten Sonntagsfrage vorne. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielte die Union demnach 40 Prozent, die SPD 38. In der Vorwoche hatten beide noch gleichauf bei 39 Prozent gelegen. Die Werte für die anderen Parteien blieben unverändert: die Grünen bekämen fünf, die FDP sieben und die PDS sechs Prozent.

Auch in der eher langfristig wirkenden politischen Stimmung konnte sich die Union weiter verbessern. Die SPD fiel gegenüber der Vorwoche von 39 auf 38 Prozent, die Union kletterte von 42 auf 43 Prozent. Die Grünen blieben bei fünf Prozent, die FDP verbesserte sich von sieben auf acht, die PDS fiel von sechs auf fünf Prozent zurück. Grafiken:
Beurteilung der Politiker
Die Sonntagsfrage
Kompetenz: Schröder und Stoiber Im direkten Vergleich mit seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) konnte Bundeskanzler Schröder (SPD) gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt gutmachen. 48 Prozent der Befragten hätten lieber Schröder als Bundeskanzler, 43 Prozent CSU-Chef Stoiber. In der Vorwoche hatte der Abstand nur vier Prozentpunkte, im Dezember dagegen noch zehn Prozentpunkte betragen.

In der Wirtschaftskompetenz liegt Stoiber allerdings klar vorne. Auf die Frage, wer die wirtschaftlichen Probleme am besten lösen könne, nennen 36 Prozent Stoiber und nur 15 Prozent Schröder. Keinen Unterschied sehen 38 Prozent. Auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze wird eher dem bayerischen Herausforderer zugetraut: Auf die Frage, wer hierbei am ehesten erfolgreich sei, antworteten 33 Prozent mit Stoiber und 14 Prozent mit Schröder. Die deutliche Mehrheit von 43 Prozent schreibt allerdings keinem der beiden bei dieser Frage mehr Kompetenz zu. In der Wertung persönlicher Eigenschaften liegt Schröder nur bei der Sympathie in Führung. In Punkto Glaubwürdigkeit und Tatkraft hat der CSU-Chef die Nase vorn, bei der Frage, wer am ehesten ein Siegertyp sei, liegen beide gleichauf.

Bei den Wählern, die sich der politischen Mitte zuordnen, gibt es ein Patt (46 Prozent) zwischen den beiden Spitzenkandidaten. Bei den Männern unterliegt Schröder ganz knapp seinem Herausforderer, dafür ist sein Vorsprung bei den weiblichen Befragten eindeutig. Im Norden der Republik wird der jetzige Kanzler von 56 Prozent bevorzugt (Stoiber: 33), im Süden hat Stoiber mit 49 Prozent die besseren Karten (Schröder: 44).

Die große Mehrheit der Bundesbürger hält den Ausgang der Bundestagswahl weiter für offen (83 Prozent). Nur 14 Prozent meinen, es sei schon alles klar. Auf die Frage nach dem voraussichtlichen Gewinner nennen 42 Prozent die Regierung und 39 Prozent die Opposition. Im Dezember hatten noch 55 Prozent auf die rot-grüne Koalition und nur 26 Prozent auf CDU/CSU und FDP getippt.

Unter den wichtigsten Politikern konnten sich CDU-Chefin Angela Merkel und Finanzminister Hans Eichel (SPD) um je einen Platz verbessern. Wolfgang Schäuble (CDU) sank zwei Treppchen tiefer. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht nach wie vor Außenminister Joschka Fischer (Grüne), allerdings im Dezember-Vergleich noch immer mit deutlichen Einbußen. Schröders Popularität hat sich nach einem Absturz in der letzten Woche wieder leicht erholt. Stoiber und Merkel liegen gleichauf, der CSU-Chef kommt nur bei den Unions-Anhängern auf deutlich höhere Sympathie-Werte. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) bildet wie schon in den Vormonaten das Schlusslicht.

Sorge um den Arbeitsplatz

Seit Dezember dominiert wieder ein Thema die politische Agenda: die Arbeitslosigkeit. Für 78 Prozent (Dezember: 62) ist sie das drängendste Problem. Nur zu Beginn der rot-grünen Regierungszeit beschäftigte der Stellenmarkt die Deutschen ähnlich stark. Mit 14 Prozent folgt die Wirtschaftslage, erst dann kommt mit zehn Prozent das den Herbst bestimmende Thema rund um Terror und Afghanistan. Hauptverantwortlich für die Misere am Arbeitsmarkt macht die Mehrheit nach wie vor die Weltwirtschaft. Allerdings meinen inzwischen 26 Prozent (Dezember: 24), dass die Regierung die größte Schuld trägt. Ein Viertel sieht die Unternehmer in der Verantwortung.

Den rot-roten Senat im Berliner Rathaus lehnt die Mehrheit der Deutschen (42 Prozent) ab, nur 28 Prozent finden den Zusammenschluss gut. In der Umfrage unmittelbar vor den Wahlen im Oktober war die Zahl der Gegner eines solchen Regierungsbündnisses aber deutlich größer: 52 Prozent fanden eine PDS-Beteiligung schlecht, gerade mal 17 Prozent äußerten sich positiv. Auch die Zustimmung zum Euro ist gewachsen, seit ihn die Deutschen in der Tasche haben. Im Dezember fanden 50 Prozent die neue Währung gut, nun sind es 69 Prozent. Hinter dem UN-Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan stehen 66 Prozent, 31 lehnen ihn ab.

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