"Politbarometer extra" : Rot-Grün und Rot-Rot-Grün in NRW ohne Mehrheit

Die regierende SPD liegt drei Monate vor der Wahl in NRW in Führung, könnte aber selbst mit Grünen und Linken keine Regierung bilden. Die zeigt das "Politbarometer extra".

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) verfolgt in Düsseldorf im Landtag eine Debatte.
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) verfolgt in Düsseldorf im Landtag eine Debatte.Foto: dpa

Drei Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen müssen die Regierungsparteien SPD und Grüne einer aktuellen Umfrage zufolge mit Verlusten rechnen. Wie das am Freitag veröffentlichtes "Politbarometer Extra" von ZDF und Tagesspiegel zur NRW-Wahl ergab, würde bei einer Wahl bereits am Sonntag unter allen realistisch vorstellbaren Regierungskonstellationen nur eine große Koalition oder eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP eine Mehrheit erhalten.
In der Sonntagsfrage verbuchte die SPD im bevölkerungsreichsten Bundesland 36 Prozent, die CDU 32 Prozent der Stimmen. Die Grünen könnten mit sieben Prozent rechnen, die FDP mit acht Prozent und die AfD mit neun Prozent. Die Linke müsste mit derzeit fünf Prozent um den Einzug in den Düsseldorfer Landtag bangen.
Diese Projektion gibt die momentane Lage im Land wieder und stellt keine Prognose für den Ausgang der NRW-Wahl am 14. Mai dar. Vor fünf Jahren hatte die SPD 39,1 Prozent erreicht, die CDU 26,3 Prozent, die Grünen 11,3 Prozent, die FDP 8,6 Prozent und die Piraten 7,8 Prozent. Die Linke hatte mit 2,5 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag verfehlt.
Bei der Frage nach der Ministerpräsidentenpräferenz liegt Amtsinhaberin Hannelore Kraft (SPD) derzeit mit 55 Prozent deutlich vor ihrem CDU-Herausforderer Armin Laschet, der auf 29 Prozent kommt. In der Bewertung verschiedener Koalitionsmodelle schneidet das amtierende Regierungsbündnis aus SPD und Grünen mit 48 Prozent Zustimmung am besten ab, gefolgt von einer großen Koalition aus SPD und CDU mit 46 Prozent. Allerdings fällt der Umfrage zufolge die Zufriedenheit mit der Landesregierung insgesamt und auch mit den beiden Koalitionspartnern eher bescheiden aus – und auch die Arbeit der Oppositionsparteien wird eher kritisch bewertet. So kommt die rot-grüne Landesregierung auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf lediglich auf einen Durchschnittswert von 0,5. Dabei wird die SPD in der Regierung mit 0,7 bewertet, die Grünen sogar nur mit minus 0,2. Die Arbeit der CDU-Opposition im Landtag wird mit 0,4 benotet, die der FDP mit minus 0,3 und die Arbeit der Piraten mit minus 3,0. Für das "Politbarometer Extra" befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen Montag und Mittwoch telefonisch 1116 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen.

SPD mit Martin Schulz bundesweit weiter im Aufwind

Die SPD ist mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz weiter im Aufwind. In einer repräsentativen GMS-Umfrage kletterte die Traditionspartei binnen eines Monats um neun Prozentpunkte auf aktuell 29 Prozent. Befragt wurden vom 2. bis 8. Februar 1009 Menschen. Vorne liegt aber weiter die Union mit 33 Prozent. Die AfD sackt der am Donnerstag veröffentlichten Befragung zufolge um zwei Punkte auf 11 Prozent der Stimmen ab, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Rechtspopulisten lägen danach vor den Grünen (9 Prozent/minus 1 Prozentpunkt), den Linken (8/minus 2) und der FDP (6/minus 1). Seitdem die SPD Schulz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl ausgerufen hat, gehen die Umfragewerte steil nach oben. In einer aktuellen Forsa-Umfrage für „Stern“ und RTL legte die SPD auf 31 Prozent zu, die Union kommt auf 34 Prozent. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“ hat die SPD die Union zuletzt sogar überholt (31 zu 30 Prozent). (AFP/dpa)

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