Politbarometer : Mehrheit der Deutschen will keine Zugeständnisse an Griechenland

Laut des "Politbarometer" von Tagesspiegel und ZDF steht eine deutliche Mehrheit der Deutschen steht hinter dem Kurs der EU in der Griechenland-Krise.

Kanzlerin Angela Merkel und ihr Amtskollege aus Griechenland, Alexis Tsipras.
Kanzlerin Angela Merkel und ihr Amtskollege aus Griechenland, Alexis Tsipras.Foto: REUTERS

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen steht hinter dem Kurs der EU in der Griechenland-Krise. Nur zehn Prozent der Bundesbürger sind laut dem am Freitag veröffentlichten "Politbarometer" von Tagesspiegel und der ZDF der Ansicht, dass die EU weitere Zugeständnisse an Griechenland hätte machen sollen. Eine große Mehrheit von 85 Prozent hätte dies dagegen als falsch angesehen.

Bei der Frage nach einem Verbleib Griechenlands in der Eurozone sind die Deutschen dagegen gespalten. Während sich 52 Prozent dagegen aussprechen, sind 41 Prozent der Befragten dafür, dass das verschuldete Land im Euro bleibt. Bei einem möglichen Staatsbankrott Griechenlands erwartet ein Viertel (27 Prozent) der Deutschen einen starken oder sehr starken ökonomischen Schaden für Deutschland. Allerdings gehen mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten davon aus, dass es einen nicht so starken oder überhaupt keinen wirtschaftlichen Schaden für Deutschland geben würde.

Die Griechenland-Krise hat kaum Auswirkungen auf die Umfragewerte der Parteien. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU unverändert auf 41 Prozent. Die SPD würde um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent zulegen. Die Grünen blieben unverändert bei elf Prozent, die Linken würden einen Punkt einbüßen und kämen auf neun Prozent. Die FDP und die AfD würden weiterhin nur vier Prozent erreichen.

Die Krise in Griechenland
Bei Protesten kam es in Athen zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.Weitere Bilder anzeigen
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03.07.2015 12:03Bei Protesten kam es in Athen zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

Vor dem richtungsweisenden AfD-Parteitag am Wochenende sind knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Deutschen der Ansicht, dass sich die Partei nicht genug von rechtsextremen Inhalten und Mitgliedern abgrenzt. Lediglich zwölf Prozent der Befragten gehen von einer ausreichenden Distanzierung aus.

Die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent) erwartet zudem, dass die AfD an ihrem innerparteilichen Streit zerbrechen wird. 29 Prozent der Befragten glauben dies nicht. Eine deutliche Mehrheit (61 Prozent) geht zudem davon aus, dass die AfD nicht in den nächsten Bundestag einziehen wird. Lediglich 27 Prozent erwarten dies. Die AfD kommt am Wochenende in Essen zu einem Mitgliederparteitag zusammen. Dabei soll über die künftige AfD-Führung entschieden werden. Hauptkontrahenten sind dabei AfD-Chef Bernd Lucke und seine Ko-Vorsitzende Frauke Petry.

Für das "Politbarometer" wurden von Dienstag bis Donnerstag von der Forschungsgruppe Wahlen 1234 Wahlberechtigte befragt. (AFP)


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