Politbarometer : Merkel überstrahlt Politkonkurrenz

Dem neuen ZDF-"Politbarometer" zufolge kämen CDU und CSU auf ein Ergebnis von 40 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das verdanken sie nicht zuletzt der Kanzlerin.

Merkel
In der Gunst der Wähler: Angela Merkel. -Foto: dpa

MainzDie Union befindet sich in der Wählergunst deutlich im Aufschwung. Dem neuen ZDF-"Politbarometer" zufolge kämen CDU und CSU auf ein Ergebnis von 40 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das ist der beste Wert seit Mai vergangenen Jahres, wie das ZDF in Mainz mitteilte. Gegenüber dem Vormonat konnte die Union um zwei Prozentpunkte zulegen. Besonders deutlich ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Wählergunst gestiegen. Bei der Beurteilung der wichtigsten Politiker kletterte der Durchschnittswert von Merkel im Vergleich zum Juni von 1,8 auf 2,4. So positiv wurde sie lediglich einmal Anfang 2000 bewertet.

Weiter auf dem zweiten Platz liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der von 1,7 auf 1,9 zulegte. Es folgt Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Sein Wert verbesserte sich von 1,3 auf 1,5.  Dagegen rutschte seine Partei 31 auf 29 Prozent ab. Die Linke kommt erneut auf 10 Prozent, die FDP liegt weiter bei 9 Prozent. Ebenfalls unverändert folgen die Grünen mit 8 Prozent. Damit ergibt sich rechnerisch ein Vorsprung von 49 zu 47 Prozent für ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis vor einer rot-rot-grünen Koalition.

Von der Leyen steigt auf

 Auf dem vierten Platz befindet sich mit Familienministerin Ursula von der Leyen (1,3) wieder eine CDU-Politikerin. Es folgen Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit 0,8, SPD-Chef Kurt Beck mit 0,6 und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle mit 0,2. Alle drei Politiker konnten um 0,2 Punkte zulegen, von der Leyen verbesserte sich sogar um 0,3 Punkte.

Einen schlechteren Wert als im Juni bekam dagegen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU): Er rutschte von 0,5 auf 0,2 ab. Weiter im Minusbereich sind Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit minus 0,5 und CSU-Chef Edmund Stoiber mit minus 0,8.

48 Prozent gegen Beck als Kanzlerkandidat

Dass Beck Kanzlerkandidat der SPD werden soll, sagten nur 34 Prozent aller Befragten - 48 Prozent sprachen sich dagegen aus. Von den SPD-Anhängern plädierten 51 Prozent für eine Kandidatur Becks, 40 Prozent waren dagegen und 9 Prozent wollten sich nicht festlegen.

Das ZDF-"Politbarometer" misst auch die aktuelle "politische Stimmung", bei der langfristige Überzeugungen und Parteibindungen sowie taktische Überlegungen der Wähler nicht berücksichtigt werden. Hier konnte die Union sogar um 6 Punkte auf 45 Prozent zulegen. Die SPD verschlechterte sich von 31 auf 29 Prozent. Auch die Linke rutschte hier um zwei Punkte auf 8 Prozent ab, der Wert der FDP sank von 8 auf 7 Prozent. Die Grünen liegen unverändert bei 9 Prozent.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hatte für das ZDF in der Zeit vom 17. bis zum 19. Juli 1174 Wahlberechtigte befragt. (mit ddp)

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