Politbarometer : Schulz lässt Umfragewerte der SPD deutlich steigen

Martin Schulz soll die SPD in den Bundestagswahlkampf führen. Diese Entscheidung beflügelt die Partei. Im Politbarometer legt sie um drei Punkte zu.

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Hoffnungsträger für die SPD: Kanzlerkandidat Martin Schulz Foto: Reuters
Hoffnungsträger für die SPD: Kanzlerkandidat Martin SchulzFoto: Reuters

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Sigmar Gabriel bei der SPD auf die Kanzlerkandidatur verzichtet und der ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Genossen führen soll. Im neuen Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel brachte dies der SPD einen deutlichen Schub.

In der Sonntagsfrage legte die SPD um drei Punkte auf 24 Prozent zu, bei der politischen Stimmung sogar um acht auf 29 Prozent. Bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Regierungschef hätten, liegt Schulz mit 40 Prozent knapp hinter Kanzlerin Angela Merkel (44 Prozent). Die Umfrage wurde in der Zeit vom 24. bis 26. Januar unter 1303 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt.

Schulz aus dem Stand zweitbeliebtester Politiker

In der Liste der zehn wichtigsten Politiker schaffte es Schulz mit der Note 2,0 aus dem Stand auf den zweiten Platz. Die beste Bewertung erhält weiterhin Frank-Walter Steinmeier (SPD), er erreicht einen Durchschnittswert von 2,5 (Jan. I: 2,4) auf der Skala von +5 bis -5. Auf Platz drei kommt Winfried Kretschmann (Grüne) mit 1,9 (Jan. I: 2,0), Angela Merkel (CDU) mit 1,8 (Jan. I: 1,8) und Wolfgang Schäuble (CDU) mit 1,7 (Jan. I: 1,7) rutschen jeweils eine Position nach hinten, auf den vierten und fünften Platz. Es folgen Thomas de Maizière (CDU) mit 1,1 (Jan. I: 1,3), Ursula von der Leyen (CDU) mit 0,8 (Jan. I: 0,6), Sigmar Gabriel mit 0,7 (Jan. I: 0,7) und Horst Seehofer (CSU) mit 0,5 (Jan. I: 0,6). Schlusslicht ist erneut Sahra Wagenknecht (Linke) mit minus 0,4 (Jan. I: minus 0,4). Nicht mehr in den Top Ten vertreten ist Cem Özdemir (Grüne).

Die SPD würde zwar zulegen, wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, bleibt aber weiterhin klar hinter der CDU/CSU, die unverändert auf 36 Prozent käme. Die Linke könnte mit zehn Prozent (plus eins) rechnen, die Grünen mit nur noch acht Prozent (minus zwei) und die FDP unverändert mit sechs Prozent. Die AfD verschlechterte sich auf elf Prozent (minus zwei) und die anderen Parteien zusammen erreichten wie zuletzt fünf Prozent.

Damit gäbe es eine Mehrheit für CDU/CSU und SPD. Von den politisch denkbaren Dreierbündnissen würde es auch reichen für eine Koalition aus CDU/CSU, Grüne und FDP – nicht aber für eine Koalition aus SPD, Linke und Grüne.

Trump macht Deutschen große Sorgen

Deutlich ist die Meinung der Befragten zu rechtsextremen Gedanken gut in der AfD:  Für 44 Prozent der Befragten ist dies bei der Partei sehr weit verbreitet, für 38 Prozent weit und für elf Prozent nicht so weit verbreitet. Nur ein Prozent geht davon aus, dass dies gar nicht der Fall ist.81 Prozent aller Befragten und 46 Prozent der AfD-Anhänger sind der Meinung, dass sich die AfD nicht genug von rechtsextremen Inhalten und Mitgliedern abgrenzt. Lediglich zehn Prozent (AfD-Anhänger: 49 Prozent) sehen hier keine Defizite.

Große Sorgen macht den Deutschen der neue Chef im Weißen Haus in Washington. 62 Prozent macht die Politik des US-Präsidenten Donald Trump große Sorgen, 37 Prozent sehen das nicht so. Zudem befürchten nach seinem Amtsantritt jetzt 72 Prozent (Jan. I: 55 Prozent), dass sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen verschlechtern werden. 88 Prozent meinen daher, dass die EU-Länder wegen Trumps Politik stärker zusammenhalten sollen, nur neun Prozent halten das nicht für notwendig. Allerdings glauben nur 51 Prozent, dass es tatsächlich zu einem engeren Zusammenhalt der EU-Länder kommen wird, 39 Prozent bezweifeln das.

Auch in der Frage des Austritts Großbritanniens aus der EU gibt es ein recht eindeutiges Bild. Bei den Verhandlungen zum Brexit, die demnächst anstehen, wollen die Wenigsten, dass die EU den Briten entgegenkommt. Nur elf Prozent sind dafür, sehr große oder große Zugeständnisse an Großbritannien zu machen, 47 Prozent sprechen sich für nicht so große Zugeständnisse aus und 36 Prozent für überhaupt keine.

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