Politik : Politbarometer: Schwarz-Gelb am Tiefpunkt Immer mehr Befürworter einer großen Koalition

Berlin - Die Kritik der Deutschen an der Arbeit der Bundesregierung verstärkt sich weiter. In der Politbarometer-Umfrage für ZDF und Tagesspiegel rutscht Schwarz-Gelb bei der Leistungsbewertung Ende März auf der Plus 5/minus 5-Skala auf minus 0,8 ab, das niedrigste Niveau einer Bundesregierung seit dem Ende von Rot-Grün. Hatten im November 2009 noch die Hälfte der Deutschen dem Kabinett Merkel gute Arbeit bescheinigt, sind dies heute nur noch 36 Prozent. Mit 58 Prozent sprechen nun fast doppelt so viele Bürger wie damals von schlechten Leistungen. Und es verstärkt sich der Wunsch nach einer großen Koalition: Favorisierten Ende Januar 15 Prozent der Befragten Schwarz-Rot, sind es nun 24 Prozent. Nur 15 Prozent plädieren für Schwarz-Gelb. In der Sonntagsfrage des Politbarometers bleibt des Koalition aus Union und FDP dementsprechend weiterhin ohne Mehrheit, die Opposition kann sich leicht verbessern.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle schafft einen neuen Negativrekord: Nie zuvor im Politbarometer seit 1977 hatte ein Chefdiplomat oder ein FDP-Chef in der Bevölkerung eine geringere Reputation. Ganz vorn im Ranking der beliebtesten Spitzenpolitiker liegt trotz Verlusten wieder Kanzlerin Angela Merkel. Karl-Theodor zu Guttenberg, bislang Spitzenreiter, rutscht mit deutlichen Einbußen auf Platz zwei.

Vor dem Hintergrund der hohen Verschuldung finden nur 37 Prozent der Deutschen Steuerentlastungen richtig, 57 Prozent sind dagegen. 25 Prozent der Befragten prognostizieren „etwas geringere“, 39 Prozent „viel geringere“ und 30 Prozent „überhaupt keine“ Steuererleichterungen. Lediglich ein Prozent meint, dass die Entlastungen in Höhe der geplanten 24 Milliarden Euro kommen werden. Für das Politbarometer wurden vom 23. bis 25. März 2010 von der Forschungsgruppe Wahlen 1260 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt. sc

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