Politbarometer-Umfrage : Thema Ausländer so wichtig wie seit 20 Jahren nicht mehr

Immer größerer Zustrom von Flüchtlingen, Anschläge auf Asylunterkünfte, Integrationsdefizite - kein Thema bewegt die Deutschen auch nur annähernd so stark wie die Zuwanderung. Zu diesem Ergebnis kommt das jüngste Politbarometer.

Asylbewerber füllen in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen (Baden-Württemberg), die sich in einer früheren Bundeswehrkaserne befindet, Formulare aus.
Asylbewerber füllen in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen (Baden-Württemberg), die sich in einer früheren Bundeswehrkaserne...Foto: Stefan Puchner/dpa

Das Thema Zuwanderung gewinnt für die Deutschen immer mehr an Bedeutung. Das geht aus dem jüngsten Politbarometer für Tagesspiegel und ZDF hervor. So nennen 49 Prozent der Befragten – so viele wie seit 20 Jahren nicht – den Themenkomplex Ausländer, Flüchtlinge und Integration als wichtigstes Problem in Deutschland. Ende März waren es nur 33 Prozent. Weit abgeschlagen liegt die Arbeitslosigkeit mit nur 11 Prozent auf dem zweiten Platz. Nur noch 10 Prozent der Befragten halten die Euro- und Griechenland-Krise für das wichtigste Thema, im März waren das noch doppelt so viele.


Die große Mehrheit der Deutschen, nämlich 78 Prozent, vertritt die Ansicht, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Nur 18 Prozent teilen diese Ansicht nicht. Wenn es um Flüchtlinge aus Krisengebieten geht, sind 43 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Zahl der in Deutschland Aufgenommenen gerade richtig ist. 32 Prozent finden, es werden zu viele aufgenommen, 18 Prozent halten die Zahl für zu gering. Einzig bei den AfD-Anhängern sagt eine Mehrheit von 56 Prozent, dass zu viele Flüchtlinge ins Land gelassen würden. Während in den östlichen Bundesländern 44 Prozent die Zahl der Flüchtlinge für zu hoch halten, sind es in den westlichen nur 29 Prozent.

Die große Mehrheit von 81 Prozent der Befragten ist der Meinung, dass sich der Bund angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen stärker an den Kosten für Verpflegung und Unterbringung der Flüchtlinge beteiligen sollte, wie es Länder und Gemeinden fordern. Nur 14 Prozent sprechen sich gegen ein stärkeres finanzielles Engagement des Bundes aus, fünf Prozent trauen sich in dieser Frage keine Antwort zu.  
Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 14. bis 16. April 2015 telefonisch 1224 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland. (Tsp)

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