Politbarometer : Union wieder klar vor SPD

Die Union hat in der Wählergunst zugelegt und den Abstand zur SPD laut ZDF-"Politbarometer" vergrößert. Die Liste der populärsten Politiker führt Bundeskanzlerin Merkel wieder vor Außenminister Steinmeier an.

Berlin/Mainz - Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 37 Prozent, das ist 1 Prozentpunkt mehr als im Januar, berichtete der Sender. Die SPD verliert bei der Sonntagsfrage 2 Punkte und erreicht 30 Prozent. Die FDP liegt unverändert bei 10 Prozent, die Grünen legen um einen Punkt zu und kommen ebenfalls auf 10 Prozent. Die Linkspartei erreicht 8 Prozent.

Noch größer wird der Abstand zwischen CDU/CSU und SPD in der politischen Stimmung: Für die Union sprechen sich 40 Prozent aus, 3 Punkte mehr als im Januar. Damit knüpft sie wieder an die Entwicklung Ende 2006 an. Die SPD kommt bei einem Minus von 3 Punkten auf 30 Prozent. Die Freien Demokraten verlieren einen Punkt und landen bei 10 Prozent, Grüne und Linkspartei liegen weiter bei 10 beziehungsweise 7 Prozent.

Einbußen für Steinmeier

Angesichts der Affäre um den ehemaligen Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz muss Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei der Beliebtheit der Politiker Einbußen hinnehmen. Er wird auf dem ersten Rang von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verdrängt. Merkel erreicht auf einer Skala von minus 5 bis plus 5 einen Wert von 1,4, Steinmeier wie SPD-Chef Kurt Beck kommen auf 1,1. Im Januar lag Steinmeier noch bei einem Wert von 1,6.

Die Entsendung deutscher Tornado-Aufklärungsflugzeuge stößt bei 42 Prozent der Bundesbürger auf Ablehnung, 32 Prozent sind dafür. Allerdings finden es 62 Prozent grundsätzlich richtig, dass sich Deutschland militärisch an internationalen Friedenseinsätzen beteiligt, 35 Prozent sind dagegen.

Problem Klimawandel

Eine übergroße Mehrheit von 89 Prozent hält den Klimawandel für ein sehr großes oder großes Problem. Zwei Drittel glauben, dass in Deutschland zu wenig für den Klimaschutz getan wird. Die Autoindustrie engagiert sich nach Ansicht von 79 Prozent der Befragten zu wenig, 72 Prozent sehen allgemein Handlungsdefizite.

61 Prozent halten die Forderung der IG Metall nach einer Lohnerhöhung von 6,5 Prozent für zu hoch. 31 Prozent finden die Forderung richtig. Allerdings meinen 48 Prozent, dass deutliche Lohnerhöhungen für die wirtschaftliche Entwicklung eher gut sind, 23 Prozent halten sie für eher schlecht.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 6. bis 8. Februar 1185 Wahlberechtigte. (tso/dpa)

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