Politbarometer : Wenige haben in Flüchtlingskrise Hoffnung auf EU-Lösung

Die meisten Deutschen glauben nicht, dass es in der Flüchtlingskrise eine EU-Lösung gibt. Dies zeigt neue Politbarometer. Dagegen wächst die Angst vor Kriminalität.

Flüchtlinge in Griechenland: Nur wenige 17 Prozent der Befragten erwarten, dass eine EU-Lösung die Migrantenzahlen in Deutschland verringert.
Flüchtlinge in Griechenland: Nur wenige 17 Prozent der Befragten erwarten, dass eine EU-Lösung die Migrantenzahlen in Deutschland...Foto: dpa

Nur knapp ein Fünftel der Deutschen glaubt dem neuen Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel zufolge, dass es in der Flüchtlingskrise in den nächsten Wochen zu einer Einigung auf europäischer Ebene kommt. Gerade einmal 17 Prozent der Befragten rechnet mit einer solchen Lösung, die zu einer Verringerung der Flüchtlingszahlen in Deutschland führt. Die große Mehrheit (80 Prozent) hat diese Hoffnung nicht. Dass es Deutschland alleine gelingt, die Flüchtlingszahlen deutlich zu verringern, meinen 19 Prozent. Gut drei Viertel aller Befragten (77 Prozent) erwarten das nicht.
Nach der offenbar überwiegend von Zuwanderern verübten Silvester-Gewalt in Köln und mehreren anderen Städten hat der Umfrage zufolge fast jeder Dritte Angst vor Kriminalität durch Flüchtlinge. Entsprechende Befürchtungen hegen 30 Prozent der Bevölkerung. Bei Frauen zwischen 35 und 59 Jahren zeigten sich sogar 42 Prozent besorgt, persönlich Opfer von Kriminalität durch Flüchtlinge zu werden. 70 Prozent der Befragten gaben dagegen an, sie hätten keine Angst vor Straftaten durch Flüchtlinge. Eine Mehrheit von 66 Prozent zeigte sich allerdings überzeugt, dass durch die Flüchtlinge die Kriminalität in Deutschland zunehmen wird – 31 Prozent äußerten solche Befürchtungen nicht.

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Bei einer Bundestagswahl am kommenden Sonntag würde nur das derzeitige Bündnis aus Union und SPD eine Mehrheit erzielen – kleinere Koalitionen wie Schwarz-Gelb oder Rot-Grün wären nicht möglich. CDU/CSU kämen der am Freitag in Mainz veröffentlichten Umfrage zufolge auf unverändert auf 37 Prozent, die SPD würde bei 24 Prozent verharren. Die Grünen würden um einen Punkt auf elf Prozent zulegen. Keine Veränderungen gäbe es bei den Linken (acht Prozent), der FDP (fünf Prozent) und der AfD (elf Prozent).

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker führt im aktuellen Politbarometer Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) knapp vor Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an - beide erreichten auf der Skala von plus fünf bis minus fünf einen Wert von 1,9. Es folgen Kanzlerin Angela Merkel (1,0), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (0,6) und der Linken-Politiker Gregor Gysi (0,5). Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) schaffte es zum ersten Mal in die Top-Ten-Liste (0,5). Ihm folgten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (0,5), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU, 0,4) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU, 0,4). Platz zehn belegte mit minus 0,6 die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Für das Politbarometer führte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag Telefonate mit 1380 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten. (dpa/AFP)


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