Politbarometer : Zweifel an der AfD werden größer

Die Mehrheit der Deutschen hält die Alternative für Deutschland für eine vorübergehende Erscheinung. Dazu dürfte auch der Streit in der Führung der Partei beigetragen haben.

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AfD-Parteichef Bernd Lucke
AfD-Parteichef Bernd LuckeFoto: dpa

Der Zuspruch nimmt ab, mehr und mehr. Weniger Deutsche als noch vor einigen Monaten würden derzeit die Alternative für Deutschland wählen. Und daran, dass sich die Eurokritiker längerfristig halten und etablieren können, zweifeln ebenfalls immer mehr. Waren es vor zwei Monaten noch 30 Prozent, die davon ausgingen, dass die AfD auch künftig eine wichtige Rolle in der deutschen Parteienlandschaft spielen würde, sind es jetzt nur noch 18 Prozent. Ganze 63 Prozent glauben nicht mehr an einen andauernden Erfolg. Das ergab das Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel. Nur die eigene Anhängerschaft ist noch vom Erfolg überzeugt: 68 Prozent glauben, dass ihre Partei es schaffen kann.

Möglich, dass die internen Auseinandersetzungen und das Machtgerangel zu dem Vertrauensverlust bei den Bürgern beigetragen hat. So stellen die Mitglieder derzeit öffentlich die dominierende Rolle von Parteichef Bernd Lucke infrage. Der wiederum drohte erst kürzlich mit seinem Rückzug. Er sprach von einem teilweise "amateurhaften" Verhalten innerhalb der AfD. Ob er damit auch einen Auftritt seines Kollegen Alexander Gauland meint? Der tauchte am vergangenen Wochenende bei einer von Verschwörungstheoretikern organisierten Konferenz von Freunden des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf – genau wie Funktionäre der NPD und SPD-Politiker Egon Bahr übrigens. AfD-Vizechef Olaf Henkel nannte das „inakzeptabel und furchtbar“.

Grafik: Tsp

Schwer zu glauben, dass sich die Union vor diesem Hintergrund auf eine Zusammenarbeit mit der AfD einlässt. Auch die von der Forschungsgruppe Wahlen befragten Bürger finden größtenteils nicht, dass sich CDU und CSU öffnen sollten gegenüber der AfD: 66 Prozent sind dagegen. Die AfD-Anhänger hingegen plädieren fast ausnahmslos für einen solchen Kurswechsel.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären, käme die AfD nur noch auf sechs Prozent - ein Prozentpunkt weniger als Mitte November. CDU/CSU verharren bei 41 Prozent, die SPD erreicht unverändert 26 Prozent, die Linke bliebe bei acht Prozent. Dagegen könnten die Grünen erneut zulegen auf 11 Prozent.

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