Politik : Politik ohne Geld - das gibt es nicht (Kommentar)

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Politik ohne Geld - das gibt es nicht. Der Pleitegeier kreist über der CDU, doch die Partei will Politik treiben und drei Landtagswahlkämpfe und eine Bundestagswahl bestreiten. Die Konkurrenzfähigkeit der CDU gerät in Gefahr. Politik ohne Geld - ein Märchen also. Als Märchenerzähler der ganz besonderen Art entpuppt sich nun Roland Koch, der hessische Ministerpräsident und "brutalst möglicher Aufklärer", dessen ausländerfeindliche Wahlkampagne auch äußerst großzügig aus Bundestöpfen der Partei unterstützt wurde. Tempi passati. Doch die Bundes-CDU kann Kochs Verfehlungen nicht länger folgenlos hinnehmen. Seine Darlehenslüge, die eine Fälschung des gesamten CDU-Rechenschaftsberichts bedeutet, bedroht nicht nur die finanzielle Existenz der Partei. Sie kann auch, schlimmer noch, ihre Existenzberechtigung zerstören: ihre Politikfähigkeit. Koch hat ja nicht nur vertuscht und die Öffentlichkeit belogen, sondern seine Partei mit kaum glaublicher Verantwortungslosigkeit im Stich gelassen. In Bonn und Berlin werden bereits Namen von möglichen Nachfolgern gehandelt. Keine schlechten. Und so dürfte es nächste Woche für den hessischen "Aufklärer" selbst brutaler Ernst werden, wenn Bundestagspräsident Thierse tatsächlich hohe zweistellige Millionen-Sanktionen gegen die CDU verhängt. Dann wird auch jenen Parteifreunden, die Politik nur für einen hehren Kampf uneitler Überzeugungen halten, eines aufgehen: Politik ohne Geld - das gibt es nicht.

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