Politik : Politiker aller Parteien fordern den Rücktritt des israelischen Staatspräsidenten

Mit Unverständnis und Enttäuschung haben israelische Politiker und die Öffentlichkeit auf die Entscheidung von Präsident Eser Weizman reagiert, trotz strafrechtlicher Ermittlungen gegen ihn nicht zurückzutreten. Die Fraktionschefs aller in der Knesset vertretenen Parteien forderten den 75-Jährigen nach seiner Fernsehansprache am Sonntagabend erneut auf, er solle zurücktreten oder zumindest auf Urlaub gehen, bis die strafrechtliche Untersuchung der Polizei abgeschlossen sein wird.

Kurz nach Weizmans TV-Ankündigung ermittelten Meinungsforscher in einer Blitzumfrage, dass nun 50 Prozent der Bevölkerung ihn nicht mehr als Staatspräsidenten amtieren sehen wollen. 30 Prozent der Bürger fordern Weizmans Rücktritt, 20 Prozent sind der Meinung, er solle in Urlaub gehen. Nur 38 Prozent forderten ihn zum Weitermachen auf. Weizman selbst erklärte am Montag, er werde genauso weitermachen wie bisher, also Richter ernennen und Begnadigungen erteilen. Darüber hinaus sei er fest entschlossen, an der Festsitzung der Knesset zum 51. Jahrestag ihres Bestehens am Nachmittag teilzunehmen. Gegen den israelischen Staatspräsident wird zurzeit ermittelt. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, von einem französischen Geschäftsmann Geldgeschenke von bis zu umgerechnet 900 000 Mark angenommen und zum Teil nicht versteuert zu haben.

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