Politik : Politiker nach Chemieunfall tot aufgefunden

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Peking - Ein hoher chinesischer Politiker, der das Ausmaß der Umweltkatastrophe in Nordostchina vertuscht hatte, ist tot in seinem Haus aufgefunden worden. Es handelt sich um den für Umwelt und Produktionssicherheit verantwortlichen Vizebürgermeister der Provinzhauptstadt Jilin, Wang Wei. Die Polizei nannte bisher keine Todesursache. Es wird aber auf Selbstmord spekuliert, die Leiche von Wang Wei wurde erhängt aufgefunden. Der chinesische Werksschutz-Minister, Li Yizhong, hatte zuvor schwere Strafen für die Verantwortlichen des Unglücks und für Vertuschungsmanöver angekündigt.

Wang Wei hatte am Tag nach der Explosion in einem Chemiewerk in Jilin am 13. November verneint, dass es größere Umweltschäden geben könne. Er beteuerte, dass sich die Wasserqualität des Songhua Flusses nicht verändern werde. 100 Tonnen Benzol und Nitrobenzol waren in den Fluss gelangt und hatten einen 80 Kilometer langen Wasserabschnitt verseucht. Mehr als eine Woche wurde das Ausmaß der Katastrophe verschwiegen. Erst als die Großstadt Harbin mehrere Tage die Wasserversorgung für vier Millionen Menschen einstellen musste, kam die Wahrheit ans Licht.

Der chinesische Umweltminister Xie Zhenhua hat die Verantwortung für die Katastrophe, die auch Russland bedroht, übernommen und seinen Posten zur Verfügung gestellt. Der Minister für Arbeitssicherheit, Yizhong, der die Ermittlungen in Jilin leitet, warnte davor, seine Ermittlungen zu behindern, und drohte auch mit Strafen für jene, die ihm falsche Informationen gäben.

Das verseuchte Wasser floss am Mittwoch an der Stadt Jiamusi vorbei. Es ist die letzte chinesische Stadt, die betroffen ist, bevor der Songhua in den russischen Grenzfluss Amur mündet. In Jiamusi konnten Brunnen und andere Wassereinrichtungen in der Nähe des Flusses nicht mehr benutzt werden. Die Nitrobenzol-Menge im Wasser sei immer noch acht Mal höher als der zulässige Grenzwert, hieß es. Der Giftteppich fließt weiter auf die russische Stadt Chabarowsk zu. dpa

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